Das erste Konzert seit zwei Jahren

Ulrich Ruh

Von Ulrich Ruh

Mi, 24. November 2021

Elzach

Die Stadtmusik Elzach überzeugte zusammen mit der Jugendkapelle im Haus des Gastes.

. Das diesjährige Herbstkonzert war coronabedingt das erste Konzert der Elzacher Stadtmusik seit zwei Jahren, und die Freude darüber war sowohl den Musikern wie dem Publikum im gut besetzten Haus des Gastes anzumerken.

Den Anfang machte die Jugendkapelle unter Leitung von Stadtmusikdirigent Siegfried Rappenecker, die in kleiner Besetzung, aber sehr konzentriert musizierte. Ihren erfreulichen Leistungsstand konnte sie sowohl beim musikalischen Ausflug in die Welt von "Tausend und eine Nacht" ("Alladin") wie mit dem "Riverside Rag" demonstrieren. Das Posaunensolo wurde dabei von Max Dilberger sauber und gefühlvoll geblasen. Als drittes Stück erklang in lockerem und gepflegtem Sound ein Medley aus vier Titeln der legendären schwedischen Band "Abba". Mit "Flashing Winds" von Jan van der Roost begann die Stadtmusik unter der bewährten Stabführung von Siegfried Rappenecker ihren Auftritt und kam mit dem rhythmisch durchaus vertrackten Stück insgesamt gut zurecht. Dann kam "Colorado" (Franco Cesarini): Ein imposanter und farbiger Ausflug in den Wilden Westen, den die Stadtmusik vom ruhigen Beginn bis zum imposanten Schluss souverän meisterte; das galt auch für heikle Übergänge und für die Solopartien in Blech und Holz. Zwei kurze Sätze aus der "Second Suite" von Alfred Reed kamen mit dem nötigen Feuer daher, genauso wie "El Cumbanchero" mit seinen ausgeprägten Schlagwerkakzenten. Für einen zweiten Höhepunkt sorgte dann "Moment for Morricone", eine von Johan de Meij geschickt arrangierte Zusammenstellung von Motiven aus der Filmmusik von Ennio Morricone. Hier lief die Stadtmusik wirklich zu großer Form auf und sorgte für eine eindrucksvolle Interpretation, an der alle Register Anteil hatten.

Nach einer musikalischen Hommage an Spanien, dem Paso Doble "Amparito Roca" (Jaime Texidor), schloss das Konzertprogramm mit "Frank Sinatra in Concert". Bei diesen von Naohiro Iwai arrangierten Titeln aus dem reichen Schaffen von "Frankieboy" gefielen sowohl der satte und wuchtige Gesamtklang der Kapelle wie die Soli für Saxophon und Posaune. Natürlich kam die Stadtmusik bei ihrem von Claus Landwehr auch dieses Mal so kompetent wie humorvoll moderierten Herbstkonzert um eine Zugabe nicht herum. Sie verwöhnte ihr Publikum mit dem schmissigen Marschklassiker "Jubelklänge" von Ernst Übel. Bleibt die Hoffnung auf ein Wiederhören, trotz oder nach Corona!