Das Fami fühlt sich wohl in der Villa

Hans-Jürgen Hege

Von Hans-Jürgen Hege

Di, 15. Oktober 2019

Schopfheim

Familienzentrum feiert den Umzug in den Drahtzug vor zehn Jahren / Angebot hat sich in der Stadt längst etabliert.

SCHOPFHEIM. Einen Grund zum Feiern fand die Vereinsführung in der 23-jährigen Geschichte des Familienzentrums Schopfheim immer wieder. Am Sonntag wurde im Ernst-Friedrich-Gottschalk-Weg die Übernahme der "Villa Drahtzug" ins Vereinseigentum des "Fami" gefeiert, die vor exakt zehn Jahren mit Unterstützung der Stadt und – so Vorstandsprecherin Bärbel Peither – "der Banken" über die Bühne ging.

In den Annalen des Zentrums, das 1996 gegründet wurde, als einige Mütter um Karin Bischert-Schwendele und Marion Maindok aus der Not eine Tugend machten und das "Mütterzentrum Schopfheim" aus der Taufe hoben, liest sich der Grund für das aktuelle Jubiläumsfest so: "Nach langem Abwägen entschied der Vorstand, die Villa Drahtzug selbst zu kaufen und umzubauen." Und zwar nachdem feststand, dass es Zuschüsse geben würde von der Stadt, dem Landkreis und vom Regierungspräsidium Freiburg.

Gefeiert wurde am Sonntag mit Familien, Freunden und Interessenten am Angebot des Minikindergartens "Kunterbunt", in dem ein 15-köpfiges Mitarbeiterteam zweimal zehn Kinder bis zu drei Jahren an fünf Tagen in der Woche ganztags (7 bis 14 Uhr) und an drei Tagen pro Woche halbtags (7.45 bis 13 Uhr) betreut.

Unter den Jubiläumsgästen war Grünen-Stadtrat Ernes Barnet als Vertreter des Bürgermeisters. Den Termin, sagte der, habe er gerne angenommen, weil er das Familienzentrum seit seiner Gründung als Stadtrat in all den Jahren "mehr als wohlwollend begleitet" habe. Barnet erinnerte daran, dass die Gründung in den Anfangszeiten nicht unumstritten gewesen sei. Viele hätten damals die Meinung vertreten, dass ein solches Zentrum in Großstädte, aber nicht ins beschauliche Schopfheim gehöre. Und es habe Stimmen gegeben, die einfach kein "Irrlicht für Erwachsene" in der Stadt haben wollten.

Das alles ist Schnee von gestern. Mit dem Betrieb des Mini-Kindergartens habe der Verein der Stadt einen Teil der Sorgen abgenommen, die mit dem Ruf der Eltern auch nach Betreuungsplätzen für Kids unter drei Jahren einhergehen. Nicht zuletzt deshalb werde auch der privat betriebene, aber gemeinützige Verein von der Stadt auch finanziell unterstützt. "Wer in den Kindern unsere Zukunft sieht, muss auch das nötige Geld in die Hand nehmen und etwas tun, um diese Zukunft zu sichern", sagte Barnet. Auch das ergänzende Programm des FZ im Drahtzug, das zum großen Teil einmalig sei in der Stadt, "ist überaus wichtig". Vor allem Neubürger benötigen eine Anlaufstelle, an die "man andocken, andere neue Leute kennenlernen kann".

Natürlich hatte Gastgeberin Bärbel Peither zunächst die vergangenen zehn Jahre Revue passieren lassen. Die Notwendigkeit, das damalige Domizil in der Bahnhofstraße gegen das Haus im Drahtzug einzutauschen, habe sich ergeben, als der Gesetzgeber unter anderem ein umzäuntes Freigelände um Kindergärten vorschrieb. "Damit war es nicht mehr möglich, den Stadtpark weiter als Spielfläche im Freien zu nutzen, wie das bis dahin getan wurde", sagte sei. Alle Wünsche des Vereins konnten im Drahtzug realisiert werden.

Und auch weitere Forderungen und Auflagen der Behörden wie die des Brandschutzes habe ihr Verein – wieder unterstützt von der Stadt – stets umgesetzt, betonte sie und gab schließlich den Startschuss zu einem von tollem Wetter begünstigten "Tag der offenen Tür". Parallel zum Angebot für die Kinder mit Schminken, Apfelspiralen drehen und Basteln gab es Führungen durchs Haus und Vorführungen aus dem Wochen- und Monatsprogrammen.