Internationales Zupfmusikfestival

Das "Finale grandioso" wird dem hohen Anspruch gerecht

Sylvia Sredniawa

Von Sylvia Sredniawa

Mo, 25. November 2019 um 16:42 Uhr

Waldkirch

Das "Finale grandioso" des Internationalen Zupfmusikfestivals sorgte für begeisterte Besucher in der St.-Josef-Kirche in Kollnau und bot auch eine Weltpremiere.

WALDKIRCH. Wie schon die zwei ersten Konzerte, so wurde auch das Abschlusskonzert des Internationalen Zupfmusikfestivals in Kollnau zu einem großen Erfolg. Die St.-Josef-Kirche füllte sich in Windeseile, so dass gar nicht alle Besucher einen Sitzplatz fanden, sondern hinten, am Rand, auf der Orgelempore und ganz oben auf den Seitenemporen standen und gebannt zuhörten.

Und dies zu Recht. Das Programm bestand aus vier Stücken, die das Können der über 100 Musikerinnen und Musiker der Mandolinenvereine Kollnau-Gutach, Jechtingen und Kiechlinsbergen, unterstützt von mehreren Bläsern, und Solisten aus mehreren Ländern herausforderten. Katsia Prakopchyk, die musikalische Leiterin des Mandolinenvereins Kollnau-Gutach, hatte die Gesamtleitung und legte neben ihrem Können auch ihr bekanntes Temperament in ihr Dirigat.

Der Abend begann mit dem "Concerto Madrigal" von Joaquin Rodrigo, das 1952 Premiere hatte und nun mit Genehmigung seiner Erben von Katsia Prakopchyk für Zupforchester umgearbeitet worden war. Beim Erklingen der zehn Sätze mit Jan Skryhan und Andràs Csàki als Solisten durfte man sich erstaunt fragen, warum auf die Idee nicht längst jemand gekommen ist, denn es klang prachtvoll: mal anmutig und wie eine ruhige Flusslandschaft in der Abendsonne liegend, mal tänzerisch und mit energischen Flamenco-Rhythmus. Bläser und Zupfmusiker schienen mal im Dialog zu sein, mal sprachen sie solistische Einlagen.

Im Vivaldis Konzert in G-Dur für zwei Solomandolinen übernahmen Caterina Lichtenberg und Mike Marshall die solistischen Parts und ließen die Zuhörer in Vivaldis Musiksprache schwelgen.

Uraufführung auf Mandola

Als drittes Stück folgte gar eine Uraufführung, und zwar mit dem Komponisten Ricardo Sandoval als Solist. Das "Concertino para Mandola" ließ das Temperament Südamerikas erleben und am liebsten hätte der eine oder andere wohl getanzt, aber die hohe Präzision Sandovals an der Mandola, einer Verwandten der Mandoline, fesselte alle an ihren Plätzen. Keiner wollte nur einen Ton verpassen.

Stehende Ovationen

Und das galt auch für das letzte Stück, die Sinfonie in E-Moll von Konrad Wölki. Von Jonas Zimmermann als Moderator war zu erfahren, dass diese Sinfonie wegen der strengen Vorgaben des Komponisten hinsichtlich der Instrumentierung (mindestens 100 Musiker) so selten aufgeführt wird. In Kooperation mit zwei weiteren Vereinen wurden die Voraussetzungen erfüllt und hinterher fragte sich sicher keiner mehr, warum Wölki die Vorgaben gemacht hatte: Das Kirchenschiff füllte sich mit einem hier ungewohnten Klangvolumen, in dem auch Pauken, Glockenspiel und Hörner ihre Akzente setzten. Ein echtes "Finale grandioso", wie es der Konzerttitel versprochen hatte. Das Publikum erhob sich prompt zum Applaus von den Sitzen, um für dieses besondere Erlebnis zu danken. Die Zugabe vereinte nochmals alle Musiker.