Schwanau

Das Konzept für den Waldkindergarten wird vorgestellt

Ulrike Derndinger

Von Ulrike Derndinger

Fr, 16. Oktober 2020 um 14:57 Uhr

Schwanau

Die Gemeinde Schwanau will mit einem Natur- und Waldkindergarten den erhöhten Bedarf an Kindergartenplätzen schnell decken. Am Montag wird das Konzept im Gemeinderat präsentiert.

Im laufenden Kindergartenjahr sind alle Schwanauer Kitas voll ausgelastet. Für Entspannung soll ein Wald- und Naturkindergarten für über Dreijährige sorgen. Das Konzept wird im Gemeinderat am nächsten Montag vorgestellt.

Nach Friesenheim will nun auch Schwanau einen Wald- und Naturkindergarten einrichten. Angedacht sei eine 20-köpfige Gruppe mit verlängerten Öffnungszeiten. Standortfrage und Höhe der Elternbeiträge seien noch offen, teilt die Verwaltung auf Nachfrage der BZ mit. Wie Friesenheim will auch Schwanau laut einer Beschlussvorlage mit der gemeinnützigen Träger-GmbH "Mehr Raum für Kinder" in Emmendingen kooperieren.

Die Gemeinde müsste nichts investieren

Als Schutzraum soll ein Bauwagen aufgestellt werden, der von der GmbH errichtet und ausgestaltet und dann von der Gemeinde angemietet wird. Dadurch entstünden der Gemeinde keine Investitionskosten. Jährlich zahlt sie auf zehn Jahre eine Miete von 12 000 Euro.

Hintergrund ist ein Beschluss des Gemeinderats Ende September. Damals hat das Gremium entschieden, Gespräche mit geeigneten Trägern einer solchen Einrichtung zu führen. Drei Interessenten meldeten sich. Neben dem evangelischen Kindergarten Ottenheim, der an die bestehende fünfgruppige Einrichtung eine sechste angliedern wollte, bekundete eine Privatperson aus Schwanau ihr Interesse. Auch die "MRK Mehr Räume für Kinder gGmbH" mit dem geschäftsführenden Gesellschafter und Gründer Marko Kaldewey meldete sich.

Gemeinde geht von 135 000 Euro Zuschuss pro Jahr aus

"Zwischenzeitlich haben sowohl die Privatperson als auch der evangelische Kindergarten Ottenheim ihr Interesse wieder zurückgezogen", teilt die Verwaltung mit. Mit Kaldewey haben Gespräche stattgefunden. Er wird am Montag das Projekt erläutern und Fragen beantworten. Bei den Kosten schätzt die Gemeinde einen Zuschussbedarf von rund 135 000 Euro jährlich. Darin eingerechnet sind Personal- und Sachkosten, die Jahresmiete für den Bauwagen und die Elternbeiträge von rund 34 000 Euro. Das Gelände, das laut Verwaltung Träger und Gemeinde gemeinsam aussuchen, muss nicht erschlossen werden. Der Bauantrag wird vom Träger erstellt.

Keine langen Planungs- und Bauphasen

Als Vorteil sieht die Gemeinde, dass bei einem Natur- und Waldkindergarten lange Planungs- und Bauphasen umgangen und der in naher Zukunft benötigte Mehrbedarf an Plätzen schnell gedeckt werden kann. In einer Umfrage bekundeten die Eltern ihr Interesse an einer Einrichtung, die in Natur und Wald angesiedelt ist. Wunschvorstellung der Gemeinde ist es laut Silvia Leuthner, zuständig für den Bereich Kindergärten, dass die neue Gruppe im Frühjahr startet. Noch sei man aber erst am Beginn der Planung, betont sie.

Die gemeinnützige "Mehr Raum für Kinder GmbH", die zeitnah in "Vielfalt für Kinder" umbenannt werden soll, wurde 2011 gegründet. Der Träger ist aus dem Verein Minikindergarten Waldkirch entstanden, der 1999 seine erste Kinderkrippe in Waldkirch eröffnet hat und diese bis heute betreibt. Insgesamt werden in zehn Kommunen inzwischen 20 Einrichtungen betrieben. Alle Organisationen sind gemeinnützige Trägerschaften. Hauptsitz ist Emmendingen. Durch eine erhöhte Nachfrage im südlichen Ortenaukreis wird es künftig ein Büro in Lahr geben. Neben eingruppigen Kinderkrippen bis hin zu sechsgruppigen Kinderhäusern werden auch Waldkindergartengruppen betrieben.

Gemeinderat Schwanau am Montag, 19. Oktober, 19 Uhr, Silberberghalle Allmannsweier. Neben dem Naturkindergarten berät das Gremium auch über die Richtlinien zur Vergabe von Wohnbauplätzen in der Gemeinde und über die Sanierung des Hochwasserdamms auf der Gemarkung Ottenheim innerhalb des Integrierten Rheinprogramms.