Das Leben in all seinen Facetten

Edgar Steinfelder

Von Edgar Steinfelder

Sa, 25. Januar 2020

Zell im Wiesental

Christoph Köpfer aus Zell stellt seine neue CD "S Lebe" vor / Selbst verfasste Texte auf Alemannisch zu authentischen Themen.

ZELL. Christoph Köpfer aus Zell ist ein begnadeter Musiker, in dem die Begeisterung und das Feuer der Leidenschaft für die Musik schon in seiner frühesten Jugend entfachte. Seiner grenzenlosen Fantasie im Reich der Klangwelten, einhergehend mit einem Faible als einfühlsamer Geschichtenerzähler, ist es zu verdanken, dass er nun bereits seine zweite CD mit alemannischen Liedern und Balladen vorstellen kann.

Mit "S Lebe" hat er sein neuestes Werk übertitelt. Und tatsächlich klingen die zehn Lieder und Balladen auf dieser CD genau so, als wären sie direkt aus dem Leben gegriffen. Es sind selbst verfasste Texte zu authentischen Themen, die Christoph Köpfer in Zeller Mundart besingt und dazu den passenden instrumentalen Background komponiert hat. Da werden dem Zuhörer musikalische Bilder suggeriert, in die so mancher Zeitgenosse seine eigene Identität übertragen kann.

So beschreibt Köpfer die Lebenslust und auch Enttäuschungen in den jungen Jahren, wenn er singt: "Höhe und Tiefe in de junge Zit, do stohsch drüber, des berührt di nit, uf de Suechi noch dim Lebensglück kriegsch vom Lebe ä Schlag ins Gnick. Und wenn im Lebe dann alles passt, dann würsch vom Alter überrascht. Chasch due und lo grad was de wit, bis zum letzte Schlag ins Gnick."

Es wirkt sehr ehrlich, wenn er besingt, wie ihm die Bedienung im Restaurant in schwülstiger Verkaufsstrategie die Vorzüge edelster und ausgefallenster Weinsorten empfiehlt und er sich dann ganz bodenständig entscheidet: "Verwirrt lueg i sie a und bstell ä Guetedel, no weiß i was i ha." Und weil er auf der neuen CD "S Lebe" auch das Leben in all seinen Facetten schildert, gedenkt er in der letzten Ballade seiner verstorbenen Mutter, zu der er eine besonders innige Verbindung hatte. "Hilflos sitz i do, mini Gedanke sin nur bi dir. S’isch alles ruhig, i hör din Atem nur, i ha ä Gfühl, wo i nit chenn in mir. Hilflos sitz i do, was au passiert, i denk an di und i lueg an Sternehimmel, no cha i bi dir si." Mit dieser Ballade unter dem Titel "Gedanke" schließt sich auch der Kreis der zehnteiligen Liedfolge auf der neuen CD von Christoph Köpfer.

Genau so interessant wie seine Texte und Kompositionen liest sich auch der musikalische Werdegang des Künstlers. So hat er sich schon in frühester Jugend im Orgel- und Klavierunterricht an der Musikschule Oberes Wiesental im Musikraum der Realschule Zell ausbilden lassen. Die Musik war seither seine Leidenschaft und in jeder freien Minute ließ er am heimischen Keyboard und Klavier die Hände über die Tasten fliegen. Als Keyboarder spielte Christoph Köpfer dann schon vor fast 37 Jahren zusammen mit einigen anderen Musikenthusiasten, darunter Dieter (Didi) Kunzelmann und Mathias (Jack) Lais, in der neu gegründeten Party- und Showband "Patchwork", die auch heute noch die Stimmung in fast allen Hallen des Wiesentals zum Kochen bringen kann. Nebenbei textete und komponierte er daheim für den Hausgebrauch alemannische Lieder. Seine Ehefrau Helga und seine beiden Söhne Nikolas und Jonas waren dabei als Zuhörer seine strengsten Kritiker.

An einem verregneten Tag vor sieben Jahren hatten die Söhne dann ein Video des Vaters von dessen Song "Schnurregiglima" aufgenommen und auf Youtube hochgeladen. Nachdem auch der SWR-Rundfunk aufmerksam wurde und nach weiterem Liedmaterial anfragte, veröffentlichte Christoph Köpfer 2013 seine erste CD mit alemannischen Liedern unter dem Titel "Erinnersch di dra", aus der auch Auszüge im SWR1-Radio gesendet wurden. Die Songs "Der magisch Augeblick" und "Zeller chasch nit werde, Zeller muess mer si" wurden schon bald zu Gassenhauern in der Zeller Partyszene. Und so hofft Christoph Köpfer, dass auch die neue CD genau so gut angenommen wird.

Info: Erwerben kann man die CD "S Lebe" ab sofort im Zeller Café Gutmann in der Kirchstraße 5 oder über die Homepage http://www.christophkoepfer.de/CD-Shop
Zur Person: Christoph Köpfer, 54 Jahre, verheiratet, zwei Söhne, Bautechniker beim Amt für Grundstücks- und Gebäudemanagement der Stadt Lörrach, wohnhaft in Zell