Steinskulpturen

Das Müllheimer "Heidenmännle" soll einen neuen Platz kriegen

Susanne Ehmann

Von Susanne Ehmann

Di, 13. April 2021 um 17:35 Uhr

Müllheim

Die Skulpturengruppe, die vor der Sparkasse an der Müllheimer Werderstraße stand, musste dem Umbau weichen. Nun wird überlegt, wo sie künftig stehen soll. Sie erzählt eine einheimische Sage.

Jahrzehntelang standen das Heidenmännle im Turm und der Saubäschi vor der Sparkasse Markgräflerland an der Müllheimer Werderstraße. Nun musste die Skulturengruppe zum Bedauern vieler Müllheimer weg – Grund ist die Baustelle. An der Werderstraße errichtet die Sparkasse Markgräflerland ein neues Kundencenter und im rückwärtigen Bereich ein Wohngebäude. Doch die Skulpturen des Künstlers Leonhard Eder sind nicht verloren – für sie soll ein neuer Platz gefunden werden, gemeinsam mit der Stadt Müllheim, teilt Ulrich Feuerstein, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Markgräflerland, auf BZ-Anfrage mit.

"Eine Legende geht zu Ende", schreibt jemand auf Facebook und erinnert daran, wie viele Müllheimer ihre Kinder und Enkelkinder schon auf die Steinschweinchen gesetzt haben. Aus dem Heidenmännle im Turm, dem Schweinehirt Saubäschi und drei Schweinen besteht die Skulpturengruppe "Heidenmännle" aus dem Jahr 1980. Der Rheinfelder Künstler Leonhard Eder, geboren 1933 in Ungarn, fertigte sie damals im Auftrag der Sparkasse Markgräflerland. Eine "Darstellung der einheimischen Sage vom Heidenmännlein als mehrteilige, frei aufgestellte Skulptur aus Muschelkalkstein", heißt es dazu im Buch "Kunst im öffentlichen Raum im Geschäftsbereich der Sparkasse Markgräflerland", das diese herausgegeben hat.

Skulpturen erzählen Geschichte vom Heidenmännle und Saubäschi

Dieser Sage nach, so heißt es in dem Buch, lebten in Müllheim einst drei Jungfrauen in der "Rosenburg", die es wirklich gegeben hat. Von ihrem Turm aus blickten sie über das Land. Eines Tages kam ein zwergenhaftes Männlein vorbei und bat um Arbeit. Fortan kümmerte es sich um das Anwesen.

Weil es einen fremdländischen Akzent hatte, die Kirche mied und nie betete, nannten die Leute es "Heidenmännle". Zum Schweinehirten Sebastian, genannt "Saubäschi", hatte das Heidenmännle eine besondere Beziehung. Die beiden neckten sich, wenn Saubäschi seine Schweine an der Burg vorbeitrieb, und amüsierten damit die Leute. Bei einer dieser Neckereien warf das Männle den Bäschi jedoch die steile Treppe hinab, die zum Turmgemach hinaufführte, so dass er fast gestorben wäre. Daraufhin verschwand das Heidenmännle. Ebenso wie der Schatz der mittlerweile verstorbenen Jungfrauen, den es bewacht hatte. Er war im Keller der Burg vergraben. Ob es den Schatz mitgenommen hat, ist nicht bekannt.

Die drei Jungfrauen blicken heute von dem steinernen Turm hinab, gekleidet in Markgräfler Tracht, während das Männlein aus einem Fenster blickt – auf den Saubäschi mit seinen Schweinen, der diesen sogar ein wenig ähnelt.

Dass viele an den Skulpturen hängen, weiß auch Bürgermeister Martin Löffler. Im Rathaus fragten Bürger ebenfalls nach den Skulpturen, erzählt er. Zurzeit sind sie im Bauhof eingelagert. Man wolle in Ruhe überlegen, wo künftig ein geeigneter Platz sein könnte.