Das Murgtal ist wieder komplett offen

Martin Köpfer

Von Martin Köpfer

Sa, 11. September 2021

Murg

Dank eines zwölf Meter langen Stegs als Provisorium ist der komplette 22 Kilometer lange Weg für Radler und Wanderer begehbar.

Eine gute Nachricht für Wanderer und Radfahrer, für Touristen und Einheimische: Die Gefahrenstelle auf dem Murgtalpfad im Bereich des Tunnels Elendslöchle nach dem Hangrutsch Anfang des Winters wurde mit einem provisorischen, zwölf Meter langen Steg überbrückt. Der nach dem Hangrutsch gesperrte Teil des Murgtalpfades und somit auch der gesamte 22 Kilometer lange Weg sind ab sofort zu Fuß oder zu Rad wieder begehbar.

. Ein begeisterter Murger Bürgermeister Adrian Schmidle kam bei der offiziellen Freigabe des Steges aus dem Schwärmen und Danksagen gar nicht mehr heraus. Vor allem galt Schmidles Dank seinem Kumpel Sepp Bächle. Denn auf einer Radtour der beiden Ende Juli wurde auch der Hangrutsch besichtigt, und die Idee kam auf, einen provisorischen Steg aus Holz zu bauen, bis eine dauerhafte Lösung gefunden wird. Dabei brachte sich Sepp Bächle, Produktionsleiter bei der Schweizer Firma Balteschwiler Holzhobelwerk und Veredelung, sowohl beim Entwurf, der Konstruktion als auch dem Bau des Steges ebenso wie seine Firma massiv ein.

Schmidle erwähnte aber auch die Firmen Kunzelmann Transporte, Zimmermann Autokrane, Zimmerei Bächle, Dapp-Bau, proEco Umweltplanung und das Ingenieurbüro Schwenke, die aktiv beteiligt waren, aber – wenn überhaupt – nur einen Bruchteil der entstandenen Kosten abgerechnet haben. Ein besonderes Lob des Bürgermeisters ging an Simon Köhler, der seit zwei Monaten den Bauhof leitet, sowie dessen Team beispielsweise für den Bau der Fundamente. "Damit hat er seine erste Feuertaufe mit Bravour bestanden", freute sich Schmidle auch darüber, dass vom Entwurf über Konstruktion und der Montage des Steges an der Schadstelle alles sehr kostengünstig und in kürzester Zeit über die Bühne gegangen ist. Auch der Transport des zwölf Meter langen Steges war eine Sache für sich: Der musste von der Schweiz kommend auf einen Langholzlaster umgeladen und über teils enge Wege zur Gefahrenstelle transportiert werden. Das Besondere daran: Da der Hangrutsch zwischen zwei Tunnels passiert ist, musste der lange und 1,4 Tonnen schwere Steg durch den nördlichen dieser Tunnel transportiert werden. "Da ging es tatsächlich um Zentimeter", erinnert sich Simon Köhler.

Nun ist der beliebte Murgtalpfad wieder gefahrlos für Wanderer und Radfahrer, nicht jedoch für Reiter, benutzbar. Das stand im Juli noch nicht fest, als der Vorschlag, den Bereich mit einem Mietgerüst zu überbauen, vom Gemeinderat abgelehnt wurde, weil die Mietkosten von 50 000 Euro pro Jahr zu hoch waren.

Jetzt werden weitere geologische Untersuchungen vorgenommen, auch Behörden wie der Naturschutz und die Wasserbehörde sind mit einbezogen, da die Schadstelle in einem FFH-Schutzgebiet für Natur und Landschaft liegt. Schmidle möchte den Weg komplett wieder herstellen lassen, auf einen Zeitrahmen wollte er sich allerdings nicht festlegen lassen.