Großkontrolle in der Ortenau

Das Polizeipräsidium zeigte mit dem Sicherheitstag geballte Präsenz

Hubert Röderer

Von Hubert Röderer

Fr, 08. November 2019 um 20:45 Uhr

Ortenaukreis

Auch wenn am Ende der Aktion der ganz große Wurf vielleicht nicht gemacht wird: Polizeipräsident Reinhard Renter bezeichnet den 1. Sicherheitstag am Freitag als Erfolg.

Freitagmorgen, Parkplatz beim Bahnhof in Haslach. Elf Beamte des Polizeireviers, meist mit gelben Warnwesten ausgestattet, sind für die Großkontrolle dort im Rahmen des Sicherheitstages des Polizeipräsidiums Offenburg eingesetzt, sie schieben Dienst von 7.30 bis 12 Uhr.

150 Meter entfernt steht ein "Vorposten", erklärt Martin Ringwald, Revier- und Einsatzabschnittsleiter. Fällt diesem, zum Beispiel, an einem sich nähernden Fahrzeug etwas auf, das kann ein scheppernder Auspuff sein oder fehlendes Licht auf einer Seite, funkt er zu dem "Einweiser", der am Eingang postiert ist. Der zückt die Kelle und lotst Fahrer oder Fahrerin auf den Parkplatz. Dort kümmert sich eines der Kontrollteams, jeweils zwei Personen, um das einfahrende Fahrzeug.

Beamter mit Maschinenpistole sorgt für die Sicherheit der Kollegen

Die übliche Bitte: Führerschein, Fahrzeugschein, eventuell auch Personalausweis. Dann natürlich auch, falls eine vorlag, der Hinweis auf die Auffälligkeit. Um gleich gar niemand der Angehaltenen auf falsche Gedanken zu bringen, ist auch ein Sicherungsbeamter vor Ort, vor der Brust eine Maschinenpistole, er kümmert sich um die Sicherheit der Kollegen. In einem Streifenwagen sitzen zwei weitere: Das Fahrzeug ist ideal postiert, kann sofort durchstarten, "wenn jemand durchbricht", so Ringwald.

Wessen Fahrzeug Mängel aufwies, der bekam einen entsprechenden Bericht – mit der Aufforderung, die Sache umgehend reparieren zu lassen. Sonstige Verstöße hielten sich qualitativ und quantitativ im Rahmen, und dennoch könnten sie zu den schlimmsten Unfällen führen: 103 Personen wurden kontrolliert – und immerhin vier Gurt- und zwei Handy-Verstöße festgestellt. Gerade derlei komme ständig vor, so Ringwald. Alleine 2018 wurden im Zuständigkeitsbereich des Polizeireviers Haslach – hierzu zählen 14 Gemeinden – 350 Handyverstöße und sogar 500 Verstöße wegen eines nicht angelegten Gurtes notiert.

Weitere derartige Kontrollstellen fanden am Freitag im Ortenaukreis auch an der B 3 auf Höhe von Mosolf in Lahr, bei Önsbach und beim Offenburger Ei statt. In Rastatt und Baden-Baden waren zudem Präventionsstunden angesetzt, mit Aufklärung zum Taschendiebstahl und Wohnungseinbruch. An diesem Samstag soll Bilanz gezogen werden. Doch egal wie viele Fahrzeugmängel entdeckt, wie viele Ordnungswidrigkeiten oder gar Straftaten aufgedeckt, wie viele Spitzbuben der Polizei ins Netz gehen werden: Präsident Reinhard Renter war schon vor Beginn dieses Sicherheitstags von dessen Erfolg überzeugt.

Kein Täter soll sich sicher fühlen

Bei einer frühmorgendlichen Pressekonferenz in Offenburg sagte er: Dadurch, dass man auf der Fläche sehr viele Polizeibeamte im Einsatz habe, würde das "subjektive Sicherheitsgefühl" in der Bevölkerung gestärkt, und das sei ein überaus wichtiges Gut. Man wolle damit auch klar machen: "Bei uns soll sich kein Täter sicher fühlen."

"Wir wollen zeigen, dass wir da sind, und dass es bei uns keinen rechtsfreien Raum gibt – keinen Quadratzentimeter." Reinhard Renter
Sicherheit im öffentlichen Raum sei ohnehin 2019 einer der zentralen Schwerpunkte gewesen, so Renter: "Wir wollen zeigen, dass wir da sind, und dass es bei uns keinen rechtsfreien Raum gibt – keinen Quadratzentimeter." Oberste Maxime jetzt und in Zukunft: "Bei uns darf sich nur der Bürger sicher fühlen." Aus diesem Grunde seien bei den Kontrollen nicht nur Fahrzeuge und Personen kontrolliert worden, sondern auch weitere "Inhalte" wie zoll- und ausländerrechtliche Bestimmungen. Renter wies am Rande auch auf die bevorstehende Sicherheitskonferenz von Polizei und Stadt in Kehl hin. Fast hätte sich im vergangenen Jahr, zumal nach der Tötung des Arztes, bereits in Offenburg eine solche Konferenz angeboten, doch zum Glück sei in der Stadt doch vergleichsweise schnell "wieder Ruhe eingekehrt", auch wegen der erhöhten Polizeipräsenz.

Etwa 550 Beamtinnen und Beamte im Einsatz

Wie viele Überstunden durch die Aktion am Freitag anfielen? Reinhard Renter: "Das kann ich auf die Schnelle nicht sagen." Beim Sicherheitstag hatte das Präsidium jedenfalls rund 550 Beamte im Einsatz, dazu Kollegen auch von anderen Einheiten, etwa der Bundespolizei, des Zolls und des Gemeinsamen Zentrums in Kehl. Zudem waren französische Polizisten im Einsatz, und es gab Unterstützung durch THW und Feuerwehr.