Einreiseverordnung

Das Reisen im Sommer wird wieder einfacher

afp, dpa

Von afp & dpa

Mi, 12. Mai 2021 um 17:08 Uhr

Deutschland

Geimpfte und Genesene können in Europa wieder leichter reisen. Bei Einreise nach Deutschland brauchen sie keinen Test und müssen nicht mehr in Quarantäne. Das RKI mahnt aber dennoch zur Vorsicht.

Im Zuge rückläufiger Corona-Zahlen erleichtert die Bundesregierung das Reisen in Europa. Das Kabinett billigte am Mittwoch die neue Einreiseverordnung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, die insbesondere Hürden für den Urlaub von Familien abbaut. Eltern müssen demnach geimpft sein, Kinder hingegen nicht. Zusätzlich erleichtert werden soll das Reisen durch den neuen digitalen Impfpass der Europäischen Union, der in einigen Wochen kommen soll.



Geimpfte und Genesene brauchen mit der neuen Verordnung bei Einreisen keinen Test mehr und müssen auch nicht mehr in Quarantäne. Dies gilt aber nicht bei der Ankunft aus einem Virusvariantengebiet. Laut der Vorlage soll die Neuregelung bereits am Donnerstag in Kraft treten. Menschen, die nicht geimpft oder genesen sind, können sich der neuen Verordnung zufolge freitesten, wenn sie aus einem Risikogebiet einreisen.



Dafür reicht ein Antigentest, der nicht älter ist als 48 Stunden ist - oder ein PCR-Test, der nicht älter als 72 Stunden ist. Bei Einreisen aus Ländern, die das Robert-Koch-Institut als Hochinzidenzgebiet einstuft, ist das Freitesten erst nach fünf Tagen möglich.

Für Flugreisende aus dem Ausland gilt weiter die bisherige Testpflicht, wie Spahn weiter sagte. Der Test müsse vor dem Boarding vorgelegt werden. Die Verordnung ziele auf Impfstoffe ab, die in der EU zugelassen sind, sagte Spahn. Ob auch andere Vakzine berücksichtigt werden sollen, müsse geprüft werden.

Digitaler Impfpass soll noch vor Sommer eingeführt werden

"Das ist eine ausgesprochen gute Nachricht und ein Signal der Zuversicht, erklärte der Präsident des Deutschen Reiseverbandes (DRV), Norbert Fiebig, zur neuen Einreiseverordnung. "Das eröffnet Urlaubern und auch den Unternehmen der Reisewirtschaft wieder eine positive Perspektive." Auch diejenigen, die noch nicht geimpft sind, hätten nunmehr die Möglichkeit, ohne Quarantäne zu verreisen. Dem Sommerurlaub am Mittelmeer, nach dem sich so viele Menschen sehnen, steht nichts mehr im Weg."



Erleichtert werden soll das Reisen innerhalb der Europäischen Union durch den derzeit in Vorbereitung befindlichen digitalen Impfpass. Er soll in einigen Wochen zur Verfügung stehen, wie Spahn sagte: "Wir starten in der zweiten Hälfte des zweiten Quartals." Diese beginne Anfang kommender Woche und ende Ende Juni. Die Union setze mit dem digitalen Impfpass einen "weltweiten Maßstab.

Für den digitalen Impfnachweis soll es eine neue App geben, aber auch die Corona-App wird dafür genutzt werden können. Die Geimpften bekommen dafür einen QR-Code, der eingescannt werden kann. Wer noch vor dem Start des Systems geimpft wird, soll den QR-Code in ausgedruckter Form zugeschickt bekommen.
Einstufung der Reiseländer für deutsche Urlauber

Wie Reiseländer für deutsche Urlauber eingestuft werden, ist auf der Internetseite des Robert Koch-Instituts (RKI) zu sehen. Zentraler Faktor für die Einstufung als "Risikogebiet" sind mehr als 50 gemeldete Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen. Daneben gibt es "Hochinzidenzgebiete" ab der Schwelle von 200 sowie "Virusvariantengebiete" mit neuen Mutationen. Bei der Rückkehr aus Hochinzidenzgebieten soll es dabei bleiben, dass man die Quarantäne frühestens nach fünf Tagen durch einen negativen Test verkürzen kann. Rückkehrer aus Virusvariantengebieten müssen weiterhin für 14 Tage in häusliche Quarantäne gehen, die nicht per Test verkürzt werden kann. (dpa)

RKI-Chef: Pandemie ist noch nicht vorbei

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und der Präsident des Robert-Koch-Instituts, Lothar Wieler, haben trotz der deutlich gesunkenen Zahl an Neuinfektionen mit dem Coronavirus zu anhaltender Vorsicht gemahnt. Spahn sagte am Mittwoch in Berlin, die Menschen sollten weiter zurückhaltend mit ihren Kontakten sein. Das Verhalten in den kommenden Wochen entscheide darüber, wie der Sommer werde.
"Wenn wir zu früh öffnen, würde sich das Virus wieder verbreiten." Lothar Wieler, RKI-Chef
Wieler sagte, Deutschland befinde sich auf einem guten Weg. Bei aller Zuversicht dürfe aber nicht vergessen werden, dass die Pandemie nicht vorbei sei. So sei bei der Impfkampagne "noch viel Luft nach oben". Es werde noch einige Zeit dauern, bis ein ausreichender Anteil der Bevölkerung geimpft sei. Wieler forderte insbesondere Zurückhaltung bei den nächsten Öffnungsschritten. "Wenn wir zu früh öffnen, würde sich das Virus wieder verbreiten."