Das Tüpfelchen auf dem I

Ursula Harder

Von Ursula Harder

Mi, 22. September 2021

Lenzkirch

Dank Eigenleistung und Förderung erhalten die Kappler Landfrauen eine nigelnagelneue Küche.

Seit Anfang des Monats kann sich der aktive Landfrauenverein mit seinen 93 Mitgliedern über die neue Küche im Rathaus Kappel freuen. Mit finanzieller Unterstützung des Leader-Projektes, dem Erlös des Osterbasars und dem ersten Dorfflohmarkt sowie vielen Stunden Eigenleistung, ging ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung.

. "Wir haben jetzt viel mehr Möglichkeiten", freut sich Bianca Laubis, Vorsitzende der Landfrauen Kappel. Nachdem Ortsvorsteher Roland Berr dem Verein vergangenes Jahr leerstehende Räume im Rathaus angeboten hatte, ist die Küche nun das Tüpfelchen auf dem I. Mit einem kalten Buffet und Cocktails nahmen 30 Frauen zwischen 18 und 90 Jahren die neuen Räumlichkeiten in Besitz. "Dass unser Wunsch so schnell realisiert werden konnte, verdanken wir nicht nur dem Engagement unserer Mitglieder, sondern im Wesentlichen einer Projektförderung der Leader-Aktionsgruppe Südschwarzwald. Leader ist ein Programm der EU und fördert Aktivitäten zur Entwicklung des ländlichen Raums. Mit Übernahme von 80 Prozent der Gesamtkosten bedeutete dies mehr als eine Anschubfinanzierung. Die restlichen 20 Prozent wurden aus einem Mix verschiedener Aktionen, Rücklagen und etlichen Stunden Eigenleistung erbracht.

Kerstin Bolz überreichte bei der Einweihung die Plakette der Leader-Aktionsgruppe und freute sich über das gelungene Projekt. Nun steht Backen, Kochen und Werkeln nichts mehr im Wege. Das Vorstandsteam der Landfrauen erarbeitet ein abwechslungsreiches Jahresprogramm, zu dem auch Nicht-Mitglieder eingeladen sind. Neben Sport gibt es Bastel- und Kreativangebote, Vorträge, Besichtigungen und Workshops zu vielfältigen Themen. Eine Cego-Schule, der Wandertreff im Sommer, die Stubete im Winter sowie der monatliche Landfrauen- beziehungsweise Landmaidle-Stammtisch runden das Programm ab. "Egal ob jung oder alt – für jede ist etwas dabei", fasst die Vorsitzende zusammen. Corona-bedingt mussten einige Veranstaltungen ausfallen, so auch der Senf-Workshop. Dieser kann nun in der neuen Küche nachgeholt werden. An weiteren Ideen fehlt es nicht. Geplant sind ein Krimi-Diner und ein Brotbackkurs.

"Leider klebt an den Landfrauen noch immer ein altmodisches Image", bedauert Bianca Laubis, die auch als Vorsitzende im Bezirk Donaueschingen mit 37 Ortsvereinen und etwa 2200 Mitgliedern engagiert ist. Das Ziel des Deutschen Landfrauenverbandes ist mehr Gerechtigkeit und Chancengleichheit für Frauen, die im ländlichen Raum zuhause sind. "Wir alle leben gerne auf dem Land und wer einmal bei uns mitgemacht hat, wird feststellen, dass wir alles andere als altbacken sind", ist die Vorsitzende überzeugt.