Das Umfeld der Silberberghütte kräftig aufpoliert

Gudrun Gehr

Von Gudrun Gehr

Di, 13. Oktober 2020

Kleines Wiesental

Freiwillige Helfer haben die Außenanlagen auf Vordermann gebracht – Glanzstück ist ein neuer Brunnen.

Ein Helferfest der ganz besonderen Art wurde in der Silberberghütte in Bürchau gefeiert. Die Außenanlage wurde kräftig aufpoliert – unter anderem mit einem besonderen Glanzstück: einem neuen Brunnen.

Die altgediente Hütte hat eine im Wortsinn bewegte Vergangenheit hinter sich: Sie diente im Dorfkern von Bürchau bis zum Bau des Gemeindehauses 1990 als Buswartehaus. Der Gemeinderat beschloss seinerzeit den Abbau des groß dimensionierten Bauwerkes, im Volksmund schmunzelnd "Elefantenhütte" bezeichnet. Bürger und Gemeindearbeiter bewerkstelligten damals den Umzug der Hütte mit ihren mächtigen Baumstämmen zum Silberberg, sie diente fortan als Wander- und Grillhütte. Bereits vor vier Jahren erfolgte eine Instandsetzung des defekten Daches der Hütte durch den Ortschaftsrat und freiwillige Helfer.

Das Paar Anita Siegle und Dieter Schlageter – in Bürchau wohnende leidenschaftliche Naturliebhaber mit einem Faible für schöne Rastplätze – machte im März des Jahres auf einer seiner Touren Station an der Hütte. Beide stellten fest, dass die Außenanlage und der Brunnen vor der Hütte dringend überholt werden sollten. Das Holz des Brunnens war verfault, der Zulauf funktionierte nicht mehr. Da das Paar seine bereits gebuchte Urlaubsreise infolge Corona ohnehin stornieren musste, entschieden sich die beiden, den defekten Brunnen und die Außenanlage instandzusetzen. Die beiden sahen sich nach einem passenden Brunnenbauer um und wurden bei ihrem Vorhaben von Forstrevierleiter Joachim Trautwein unterstützt. Dieser wiederum knüpfte den Kontakt zum Holzschnitzer und Feinmechaniker Gerhard Eberhard aus Badenweiler-Oberweiler, der kurzfristig den Brunnen herstellte. Am 24. Juli erfolgte der Spatenstich mit den ersten Baggerarbeiten. Dann ging es zügig weiter mit den Abriß- und Aufbauarbeiten, wobei sich Bürchauer Helfer ebenfalls an den Arbeiten beteiligten, darunter hauptsächlich Klaus Schwald und der ehemalige Ortsvorsteher Fritz Meier. Auch die Gemeindeverwaltung leistete Hilfestellung. "Alles passte vom ersten Tag an", berichtet Dieter Schlageter, der sich im Namen aller ausdrücklich auch bei Joachim Trautwein bedankt, der im Gemeindewald eine geeignete Fichte beschafft habe. Brunnenspezialist Eberhard fertigte Zeichnungen des Brunnenstockes und Schablonen mit den Wasserabläufen. "Letzte Woche kam der fertige Brunnen, es war ein richtiges Highlight, alles passte", erzählt Schlageter. Die beiden Helfer Klaus Schwald und Fritz Meier brachten in das Projekt nicht nur ihre Freizeit ein, sondern organisierten auch einen Teil der Baumaterialien. Die Gemeinde beteiligte sich ebenfalls, übernahm die Vorfinanzierung des notwendigen Baumaterials und die Anlieferung von Holz und Humus. Flott ging den drei Akteuren die Arbeit mit dem Verlegen des Treppenaufgangs zum Grillplatz von der Hand, ein neues Blumenbeet wurde eingefasst und bepflanzt, der Aufgang zur Terrasse wurde befestigt. Ortsvorsteherin Katharina Matzken bedankte sich bei den Akteuren: "Ihr habt hier ein außergewöhnliches Projekt erstellt, das Hand und Fuß hat." Bürgermeister Gerd Schönbett meinte: "Gestern habe ich meine Lieblingstätigkeit gemacht, ich habe das Geld entgegengenommen, das Anita Siegle und Dieter Schlageter mir gebracht haben. Die Gemeinde hat die Beträge vorgestreckt. Dieses Verhalten dient zur Nachahmung für andere Ortsteile, wir haben dieses Engagement längst nicht in allen anderen Ortsteilen." Schönbett wies darauf hin, dass es angesichts der Haushaltslage der Gemeinde immer schwieriger werde, "solche Sachen in Eigenregie zu unterhalten". Das letzte offizielle Wort beim Helferfest richtete Klaus Schwald schmunzelnd an seine beiden Mithelfer Dieter Schlageter und Fritz Meier: "Schlimmer als zwei Düpfeli-Schisser sind drei Düpfeli-Schisser."