"Den Weg weitergehen"

Thomas Biniossek

Von Thomas Biniossek

Do, 07. November 2019

St. Märgen

In St. Märgen soll die Jugendbeteiligung weiter vorangetrieben werden / Bilanz im Gemeinderat.

ST. MÄRGEN. "Das ist keine Frage des Wollens, sondern eine Frage des Müssens", machte Katrin Mäder in der Sitzung des Gemeinderats St. Märgen am Dienstagabend deutlich. Jugendbeteiligung in Kommunen sei gesetzlich festgeschrieben, daher gelte es, die begonnenen Schritte weiter fortzusetzen. Schließlich habe die Gemeinde St. Märgen bereits die Weichen gestellt, um Jugendliche und junge Erwachsene bei der Zukunftsentwicklung der Gemeinde mitzunehmen (die BZ berichtete). "Diesen Weg sollten wir weiter gehen", so die ehemalige Gemeinderätin.

Katrin Mäder, die sich auch nach ihrer aktiven Zeit im Gemeinderat für die Jugendbeteiligung engagiert und Bindeglied zwischen Jugendlichen und Rat ist, stellte am Dienstagabend einen Fragenkatalog vor, mit dem die jungen Menschen ihre Wünsche und Anregungen an die Entscheidungsträger formulieren konnten. "Übereinstimmend war die Meinung, dass diese Form der Mitwirkung sehr sinnvoll ist", berichtete Katrin Mäder. Zum einen bekämen die Jugendlichen Einblicke in die Aufgaben der Gemeinderäte, zum anderen könne man sich über Vereinsgrenzen hinaus austauschen.

"Tatsächlich waren die bisherigen Aktionen von Gemeinde und Jugend sehr interessant und fruchtbar", stellte Bürgermeister Manfred Kreutz fest. "Die Jugendlichen haben auf den entsprechenden Sitzungen richtig gut mitgearbeitet."

Klar ist für die engagierten Jugendlichen und jungen Erwachsenen, bei welchen Themen sie sich einbringen wollen.

"Die Frage, wo die Jugendlichen gerne mitreden würden, waren klar formuliert und interessant", berichtete Katrin Mäder am Dienstagabend.

Öffentliche Verkehrsmittel sind Dauerthema

Da seien einerseits die Zukunftspläne, "also, wie soll es mit dem Dorf weitergehen". Zum anderen sei das Dauerthema "Ausbau der öffentlichen Verkehrsmittel" genannt worden.

Hinzu wurden genannt Digitalisierung, "also wann kommt die Glasfaser und kommt sie auch auf die abseits liegenden Höfe" sowie die Klima- und Flüchtlingspolitik. "Sehr relevant sind für die Jugendlichen zudem die Förderung der Freizeitaktivitäten, Sportangebote auch für ältere Mädchen und eine verbesserte Werbung für die Vereine", berichtete Katrin Mäder. Wobei sie erläuterte, dass beim Punkt Angebote für ältere Mädchen ganz aktuell der Reit- und Fahrverein St. Märgen aktiv geworden sei. Ganz besonders interessant fand Katrin Mäder, dass sich die Jugendlichen einen gemeinsamen Tag, bei dem sich alle Vereine mit ihren Aktivitäten vorstellen können, wünschen. Hinzu komme, dass sie "mehr Werbung für die Vereine in Kindergarten und Grundschule" als Wunsch formulierten. Und sie listeten zudem auf, dass sie sich gemeinsame Jugendbeteiligungssitzungen regelmäßig, vielleicht zwei Mal im Jahr, vorstellen könnten, um einen besseren Einblick in die Aufgaben der Gemeinde und des Rates zu bekommen und sich über Vereinsgrenzen hinaus austauschen zu können. Manfred Kreutz nahm dies auf.

"Diese Vorstellung finde ich gut. Nach diesen Sitzungen der Jugendlichen könnte dann im Gemeinderat berichtet und die Vorstellungen in die Entwicklung des Dorfes aufgenommen werden."

Zudem regte er an, ob nicht Jugendvertreter auch bei den Klausurtagungen des Gemeinderates mitgenommen werden sollten. "Auf jeden Fall werden wir den begonnenen Weg der Jugendbeteiligung weiter gehen."

Katrin Mäder wies abschließend darauf hin, dass das Landratsamt eine neue Broschüre "Quali-Pässe" aufgelegt habe für engagierte Jugendliche in den Kommunen, in denen sie beispielsweise Bescheinigungen für Betriebspraktika, Ferienjobs, Engagement in den Vereinen, Mitarbeit in der Schülervertretung und Ähnliches sammeln können. Stellvertretend für die Engagierten überreichte sie eine solche Broschüre an Marina Rombach.