Der Advent ist eingeläutet

Dirk Friberg

Von Dirk Friberg

Mi, 11. Dezember 2019

Kleines Wiesental

Alte und neue Ortschaftsräte in Raich haben die elfte Auflage des Bergadvent in Ried zu einem gelungenen Ereignis gemacht.

KLEINES WIESENTAL-RAICH. Nachdem Sturmböen in der Nacht einen der zuvor aufgebauten Stände zerlegt hatten, befürchteten die Organisatoren des Bergadvents in Ried schon das Schlimmste. Doch das trat nicht ein; im Gegenteil, die elfte Auflage des Marktes erwies sich als Glücksgriff.

Am Morgen zeigte sich das Wetter entspannt, und die Helfer fanden sich ein, um schnell die letzten Handgriffe zu erledigen. Händler füllten ihre Stände mit ihren Kunsthandwerksartikeln und dekorierten alles festlich. Im Sortiment: Holz-Sägearbeiten, handgestrickte Socken und Schals, Essig, handgefertigte Seifen, Obstbrände, Kronen und -Windlichter aus Dosenblech, Lampenschirme, Vogelhäuschen, festliche Filz-Artikel, handgezogene Kerzen, weihnachtliche Deko-Artikel und vieles mehr. Wie in den Jahren zuvor bot sich auch dieses Jahr wieder die Gelegenheit, einen frisch geschlagenen Weihnachtsbaum mit nach Hause zu nehmen.

Noch bevor der Bergadvent offiziell eröffnet war, hatten sich schon die ersten Besucher eingefunden. Der Beginn wurde von der stellvertretenden Ortsvorsteherin Angela Lastasi und der ehemaligen Ortsvorsteherin Sigrid Fricker gemeinsam im wahrsten Sinne des Wortes eingeläutet: Der in diesem Jahr komplett erneuerte Ortschaftsrat wurde bei diesem ersten Bergadvent in eigener Regie von den "alten Hasen" unterstützt. Schon wenig später war der Gang zwischen den Ständen mit Besuchern gefüllt, und es herrschte reges Treiben bei Glühwein, Kinderpunsch, Schoki, Wildschweinbratwürstchen vom Jäger, Raclette und mehr.

Ständig gut besucht war auch der Tombola-Stand des Brauchtumsvereins Kleines Wiesental-Raich, an dem weit über 200 liebevoll als Weihnachtsgeschenk verpackte Spenden als Gewinne verlost wurden. Agnes Liebl hatte sich darum gekümmert. Der Erlös kommt dem Kulturhaus Ried zugute. Ausgelost wurde mit Walnüssen, die aus einem Stoffnikolausstiefel gezogen wurden: Hatte die Nuss einen roten Stern, konnte man sofort eines der aufgehäuft bereitliegenden Geschenke auswählen und gleich mitnehmen. So liefen schon bald viele der inzwischen zahlreichen Besucher mit einem oder auch gleich mehreren Geschenkpaketen über den Markt. Die größte Aufmerksamkeit erhielt aber der mit Abstand jüngste Marktbesucher: der erst 16 Wochen alte Bruno, ein flauschiger Australien Shepard-Welpe mit strahlend blauen Augen. Für die musikalische Untermalung sorgten -unter der Leitung von Hiroki Ichikawa Mitglieder des bekannten Jazz-Ensembles der Knaben- und Mädchenmusik Basel, einer renommierten, seit 1841 bestehenden Musikschule aus Kleinbasel. Die fetzig vorgetragenen Weihnachtslieder erklangen immer wieder während des Bergadvents. Das Wetter blieb erfreulicherweise beständig – und wem kalt wurde, dem bot die Kaffeestube im Kulturhaus Gelegenheit, sich bei Kaffee und Kuchen aufzuwärmen und sich von den Ortschaftsräten bedienen zu lassen.Besonders heimelig wurde es, als der Abend dämmerte: Nun kam die Beleuchtung der Stände richtig zur Geltung, die Flammen in den aufgestellten Feuerkugeln und -körben, an denen man sich tagsüber lediglich die kalten Hände gewärmt hatte, züngelten tanzend in die Dunkelheit.