Wandern für die Seele

Der Aufstieg auf den Hinterwaldkopf verspricht ein 360-Grad-Panorama

Silke Kohlmann

Von Silke Kohlmann

So, 29. August 2021 um 06:30 Uhr

Reise

Waldpfade und Weidenwege führen auf die Rundkuppe des Hinterwaldkopfs bei Oberried. Eine Wanderung für Fortgeschrittene – mit wunderbaren Ausblicken und Einkehr in der Höfener Hütte.

Start der Wanderung ist am Bahnhof Himmelreich, der mit dem Zug von Freiburg aus in 15 Minuten zu erreichen ist. So richtig himmlisch ist es neben der vielbefahrenen Bundesstraße nicht. Darum folgen wir den Schildern, die schon die Höfener Hütte und den Hinterwaldkopf ankündigen, und gehen rasch durch die Unterführung auf die andere Seite der Straße.
Die Tour

Profil: Schwere Wanderung über Waldpfade und Weidewege, Wanderstöcke empfehlenswert. 17,6 Kilometer, 940 Höhenmeter, 6,5 Stunden, Rundweg. Beste Wanderzeit von Mai bis Oktober.

Hin & Weg:
ÖPNV: Höllentalbahn von Hbf. Freiburg bis Himmelreich

Auto: Parkplatz am Bahnhof Himmelreich, 79256 Kirchzarten (GPS: 47.958360, 7.990670)

Wanderkarte zum Download: http://mehr.bz/hinterwaldkopf

GPX-Daten zum Download: mehr.bz/himmel

Einkehren:
Höfener Hütte : 79256 Buchenbach, Tel. (0 76 61) 33 24 oder (01 73) 9 06 89 45, www.hoefener-huette.de

Himmel und Hölle liegen hier nah beieinander: Wir erreichen den Höllenbach, gehen nach links, einige Meter an ihm entlang und überqueren ihn dann. Bald flankiert eine Weide rechts den Weg, an deren Ende ein Tor angebracht ist. Der Wanderweg führt hindurch und dann in Serpentinen den steilen Hang hinauf. Die Tore sind gewissenhaft zu schließen, damit die hier heimischen Ziegen nicht ausbüxen. Am Ende der Weide führt ein schmaler Pfad an der Hangkante entlang in einen Wald. Je höher wir steigen, desto leiser wird das Geräusch des Verkehrs.
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Der Pfad führt kurz auf einen breiten Forstweg, biegt nach wenigen Metern rechts davon ab und führt abermals in den Wald, den Wegweisern zum Hinterwaldkopf folgend. Die Schilder zeigen, wie viele Kilometer noch zu laufen sind. Welche Steigungen dabei zu überwinden sind, geben sie nicht an: 700 Höhenmeter sind es. Die gehen ganz schön in die Beine.

An klaren Tagen kann man von hier aus bis zum Kandel, nach St. Peter und St. Märgen blicken

Irgendwann endet der Pfad auf einem Forstweg, nach wenigen Metern sind wir an der Weggabelung am Holzeck. Von nun an ist der blauen Raute und der Beschilderung Höfener Hütte zu folgen. Wieder geht es in den Wald und weiter bergauf – bis zu den Weiden unterhalb der Höfener Hütte. An klaren Tagen kann man von hier aus bis zum Kandel, nach St. Peter und St. Märgen blicken. Die Höfener Hütte liegt auf einer Höhe von 1000 Metern – und damit oft über dem Nebelmeer, das sich in den Herbst- und Wintermonaten unten im Tal ausbreitet.

Weil wir noch einige Kilometer vor uns haben, rasten wir nicht – wir werden auf dem Rückweg hier Station machen. Stattdessen geht es oberhalb der Hütte auf schmalem Pfad weiter durch Weiden, begleitet vom Gebimmel der Ziegenglocken, rechter Hand macht sich eine Rinderherde über das Grün der Alm her. 50 Tiere weiden über den Sommer hier oben – und sorgen dafür, dass die Weideflächen nicht zuwachsen. Wir weichen dem ein oder anderen Kuhfladen aus und nähern uns dem Wald. Hier geht es über Wurzeln und zwischen Baumriesen weiter bergan.
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Hinaus aus dem Wald stehen wir auf einem Wiesenweg, der linker Hand auf den höchsten Punkt der Wanderung, den Hinterwaldkopf führt. Jetzt heißt es nochmal Zähne zusammenbeißen, es geht kräftig bergauf. Aber wir ahnen schon: Es lohnt sich. Auf der baumlosen Rundkuppe empfängt den Wanderer ein unvergleichliches 360-Grad-Panorama: Der Blick reicht übers Dreisamtal bis zum Kandel, in entgegengesetzter Richtung zum Feldberg und bei klarer Sicht bis zum blauen Band der Vogesen.

Beeindruckend ist der Hinterwaldkopf mit einer Höhe von 1199 Metern, dem steinernen Denkmal und den flechtenüberzogenen Felsblöcken gleichwohl. Nachdem wir die grandiose Rundumsicht gebührend genossen haben, machen wir uns auf den Rückweg und wandern den Wiesenweg an der Westflanke des Hinterwaldkopfs hinab. Am Waldrand angekommen, wählen wir von den drei sich hier teilenden Wegen den linken (die beiden rechten würden zur Höfener Hütte führen) und wandern geradeaus dem Roteck entgegen. Durch eine baumlose Senke geht es erneut in den lichten Wald hinein.

Auf Richtung Höfener Hütte!

Dort führt ein Pfad langsam bergab, schroffe Felsen ragen aus dem Hang, Flechten und Moose überziehen Baumstämme und Steine. Der Roteck ist mit 1156 Metern nicht ganz so hoch wie der Hinterwaldkopf und komplett bewaldet. In Serpentinen wandern wir an seiner Westkante hinab und genießen zwischen knorrigen Bäumen hindurch die Aussicht hinunter nach Oberried, ins Zastlertal und bis zum Schauinsland.

Von einer Spitzkehre aus ist die Höfener Hütte zu erkennen, hier biegen wir links ab und steigen weiter auf schmalem Pfad bergab.

Wir erreichen einen gut ausgebauten Weg und folgen ihm nach rechts. Weiter bergab wählen wir an der bald folgenden Weggabelung den rechten Weg, der ein Stück bergauf und vorbei am Jockeleshäusle, einer Hütte des Schwarzwaldvereins, führt. Der Weg verläuft an einer Weide vorbei, an deren Ende es nach rechts wieder der Höfener Hütte entgegen geht, noch einmal durch eine herrliche Weidelandschaft: die des Häuslebergs. Zunächst steigen wir durch den Wald bergauf – ein steiniger, beschwerlicher Weg. Zum Glück ist wenig später einen Weideweg erreicht, der durch die sanfte Graslandschaft auf die Anhöhe führt. Jetzt haben wir uns die Rast an der Höfener Hütte wirklich verdient.
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Auf der Sommerterrasse der Almgaststätte lassen sich die herrliche Aussicht und die hausgemachten Knödel mit Bergkäse, für die Hüttenwirt Markus Schroth berühmt ist, genießen.

Frisch gestärkt geht es zurück nach Himmelreich – die verbleibenden 5,5 Kilometer führen auf den vom Hinweg bekannten Pfaden bergab zum Bahnhof Himmelreich. Und jetzt ahnen wir, warum der Ort so heißt: Wer die Wanderschuhe an den Füßen und ordentlich Kraft in den Beinen hat, kann von hier aus dem Himmel ganz nah kommen.
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Die Wanderung ist ein Auszug aus: Silke Kohlmann: Wandern für die Seele in und um Freiburg, Droste Verlag, 192 Seiten, 16,99 Euro.
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