Kritik

"Der Fall Collini": Ein Politdrama mit Mainstream-Kino-Methoden

Martin Schwickert

Von Martin Schwickert

Do, 18. April 2019 um 19:30 Uhr

Kino

Marco Kreuzpaintner hat Ferdinand von Schirachs Roman "Der Fall Collini" verfilmt. Sein Versuch, ein Politdrama mit den Mitteln des Mainstream-Kinos zu inszenieren, führt zu einem zwiespältigen Ergebnis.

Vollkommen overdressed erscheint der junge Anwalt zu seinem ersten Prozesstermin. Während Richter und Staatsanwalt salopp in Freizeitkleidung warten, schneit Caspar Leinen zur vorgerichtlichen Verhandlung verspätet mit wehender Robe herein. Das Missgeschick sorgt für arrogante Kommentare bei den Kollegen – und für Sympathiepunkte beim Kinopublikum. Schließlich wird der Nachwuchs-Advokat von keinem Geringeren als Elyas M’Barek gespielt, der seit "Fack Ju Göhte" als beliebtester Schauspieler des deutschen Films gilt. Ein wenig von dem Outlaw-Image, das er sich als Ersatzlehrer Zeki Müller aufgebaut hat, trägt er anfangs auch in die ...

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