Der harte Kampf gegen sich und andere

dpa

Von dpa

Sa, 09. Januar 2021

Biathlon

Doch Biathlet Simon Schempp gelingt es in Oberhof nicht, wieder in die Weltspitze zu kommen.

(dpa/BZ). Simon Schempp schüttelte desillusioniert beim Zieleinlauf den Kopf, bei den Interviews wirkte er dann aber schon wieder aufgeräumt. "Wunder werden sicher keine geschehen", sagte der einst beste deutsche Skijäger und ehemalige Schüler des Skiinternats Furtwangen nach seinem ernüchternden Saisoneinstand als Sprint-58. beim Weltcup in Oberhof. Damit schaffte der Uhinger gerade so den Sprung in die Verfolgung, bei der er an diesem Samstag (14.45 Uhr/ZDF und Eurosport) eine zweite Chance erhält. Für den dreimaligen Olympia-Medaillengewinner geht’s nicht weniger als um seine Karriere – sein dritter Anlauf zurück könnte der letzte sein.

Vor vier Jahren feierte der inzwischen 32-jährige Schempp am Grenzadler noch einen furiosen Sieg im Massenstart – jetzt lieferte er wie das gesamte deutsche Team bei erneuten Norweger-Festspielen im Thüringer Winterwunderland eine enttäuschende Vorstellung ab: Nur Franziska Preuß (Haag/1 Schießfehler) als 14. und Denise Herrmann (Oberwiesenthal/2) sowie Benedikt Doll (SZ Breitnau/1) auf den Rängen 15 schafften es auf den nicht optimal präparierten Strecken in die Top 20. Während bei den Frauen Tiril Eckhoff siegte und die Schwarzwälderin Janina Hettich (SC Schönwald/2) mit Rang 44 vorliebnehmen musste, sorgten Eckhoffs Teamkollegen Johannes Thingnes und Tarjei Bö sowie Sturla Holm Laegreid bereits für den dritten norwegischen Dreifachsieg der Saison.

"Mit einem Schießfehler ist es okay. Über Nacht passieren jetzt keine Wunder, dass ich vorne mitlaufen könnte", resümierte Schempp, der auf der schwierigen Strecke 2:30,7 Minuten auf Sieger Bö verlor. "Ich habe das Gefühl, dass er die Entwicklung mit den Jungen nicht so ganz mitmachen kann", sagte Doppel-Olympiasiegerin und ZDF-Expertin Laura Dahlmeier, die Simon Schempp die Daumen gedrückt hatte. "Ich bin nicht mehr so selbstbewusst wie früher", hatte der viermalige Weltmeister bereits vor seinen ersten Rennen in Oberhof gesagt.