Treffpunkt

Der Johannimarkt in Grenzach-Wyhlen ist eine feste Größe im Kalender

Maja Tolsdorf

Von Maja Tolsdorf

Di, 18. Juni 2019 um 19:00 Uhr

Grenzach-Wyhlen

Den Johannimarkt in Grenzach-Wyhlen gibt’s seit 252 Jahren und ist regelmäßiger Treffpunkt für Bekannte, Freunde und Weggezogene. Er bietet mehr als nur Krämerwaren.

Der Johannimarkt ist auch im 252. Jahr seines Bestehens ein fester Termin im Kalender der Bevölkerung. Er dient am Montag, 24. Juni und Dienstag, 25. Juni, aber nicht nur dem Bummel über den Markt. Vielmehr ist er dank seiner Festwirtschaften auch ein Treffpunkt. Vor allem für die Bürger, aber auch für Ehemalige sowie Freunde und Bekannte, die sich lang nicht mehr gesehen haben.

"Der Johannimarkt gehört zu Grenzach-Wyhlen dazu, den muss es einfach geben", antwortet Alessa Mutter, stellvertretende Ordnungsamtsleiterin und federführende Organisatorin auf die Frage nach der Zukunft der Veranstaltung. Tatsächlich gehört der Markt, der für die Bevölkerung auch ein Fest ist, seit mehr als 250 Jahren zum Ortsgeschehen. Und auch die Zukunft des Johannimarkts sei gesichert, selbst in Zeiten gestiegener Sicherheitsauflagen und nachlassenden Vereinsengagements, aufgrund stetig steigender Kosten. "Der Johannimarkt kennt solche Sorgen nicht, unsere Vereine sind motiviert dabei und freuen sich über diesen Zustupf zur Vereinskasse", sagt Mutter. Für die Bewohner der Doppelgemeinde sei der Johannimarkt so etwas wie einer der höchsten Feiertage im Jahr. Verabredungen werden lange vorher getroffen. Die Frage "Gohsch au zum Johannimarkt?" wird nicht nur im Vorbeigehen gestellt, sondern auch zigmal per Telefon, WhatsApp oder SMS. Denn der Johannimarkt ist ein Pilgerort für ehemalige Einwohner und ein Treff für Freunde und Bekannte, die sich lange nicht mehr gesehen haben.
Johannimarkt: Montag, 24. Juni, 9 bis 21 Uhr, Dienstag, 25. Juni, 9 bis 19 Uhr, in der Grenzacher Hauptstraße

Etwa 90 Teilnehmer werden zum 252. Johannimarkt am Montag, 24. Juni, von 9 bis 21 Uhr und am Dienstag, 25. Juni von 9 Uhr bis 19 Uhr in der Hauptstraße in Grenzach die für einen Krämermarkt üblichen Waren wie Gewürze, Süßes, Stahl- und Lederwaren sowie Textilien und Schmuck präsentieren. Neben den bekannten Produkten wurden für ein abwechslungsreiches Angebot auch neue Bewerber berücksichtigt. Für die Bewirtung sorgt die Kirchengemeinde zusammen mit dem Musikverein auf dem Kastanienplatz sowie Familie Blubacher im Hof der Hauptstraße. Die Dängeligeister wirten wieder in der Hauptstraße oberhalb des Rathauses. Das DRK Grenzach-Wyhlen befindet sich im evangelischen Gemeindehaus.

Am Wochenende findet er nie statt

Die Festwirtschaften des Johannimarkts gibt es seit den 1970er Jahren, die erste war jene unter der Kastanie. Jugendliche der evangelischen Kirchengemeinde haben einst die Initiative ergriffen, nicht ganz zur Freude des Pfarrers. Heute wird dieser Platz von beiden Kirchengemeinden und dem Grenzacher Musikverein bespielt und hat sich als beliebter Treffpunkt etabliert.

In seinen Ursprüngen vor mehr als 200 Jahren war der zweitägige Markt ein klassischer Vieh- und Krämermarkt, der Kunden aus der Umgebung – vor allem aus der Schweiz – nach Grenzach locken sollte. Seit jeher findet der Markt unter der Woche statt.

Fällt der Johannitag auf einen Samstag, soll der zweitägige Markt auf den kommenden Wochenanfang verschoben werden – so will es die Regel, weil sonntags nicht gearbeitet und gefeiert werden durfte. Der Johannitag war für die Landwirte einst ein sogenannter Lostag. Ähnlich wie der Siebenschläfer oder die Eisheiligen sollte das Wetter an diesem Tag Aufschluss über den Witterungsverlauf für die kommende Erntezeit geben. Inzwischen wird unabhängig von Regeln und Lostagen gefeiert – allerdings noch immer unter der Woche. Wie viele Schweizer den heutigen Markt besuchen, darüber gibt es keine gesicherten Erkenntnisse.

Ein Fest für die Bürger

Doch der Johannimarkt soll in erster Linie ein Fest für die Bürger sein, wie Alessa Mutter beschreibt. Dafür richtet sie bei der Organisation den Blick auf Details. Ein Beispiel: Die Marktstände mit Textilem würden gern von der älteren Bevölkerung aufgesucht. "Da ist es wichtig, dass sich diese eher im unteren Bereich der Hauptstraße finden, damit niemand den steilen Berg hoch muss", sagt Mutter. Die Besucher schätzten zudem, dass es einen festen Bestand an Beschickern gebe. "Auch in diesem Bereich trifft man also auf alte Bekannte". Wie erfolgreich der Johannimarkt mehr als zwei Jahrhunderte nach seiner Entstehung ist, zeigten laut Mutter die positiven Rückmeldungen von Vereinen, Marktbeschickern und Bürgern. "Dass alle gern dabei sind, spricht für die Veranstaltung und prägt zugleich ihren Charakter".
Verkehr: Die übliche Nutzung der Stellplätze und Parkflächen für Anwohner der Hauptstraße und Kronacher Straße sowie teilweise der Schlossgasse ist an beiden Festtagen nicht möglich. Die Aufstellung der Marktstände erfolgt bereits am Sonntag, 23. Juni ab 20 Uhr. Die Fahrzeuge der betroffenen Anlieger sind deshalb rechtzeitig außerhalb des Marktbereiches abzustellen.