Sanierungen und Neubauten

Der Kanadaring in Lahr hat sich spürbar verändert

Mark Alexander

Von Mark Alexander

Do, 11. Juli 2019 um 18:42 Uhr

Lahr

Der erste Sanierungsabschnitt in dem großen Wohngebiet ist beendet – und es geht direkt mit Volldampf weiter. Bis 2024 werden zehn große Gebäude modernisiert. Hinzu kommen weitere Neubauten.

Der Kanadaring hat sich spürbar verändert. In Sanierungen und Neubauten hat die Städtische Wohnungsbaugesellschaft 25 Millionen Euro investiert. Bauabschnitt eins ist beendet und es geht nahtlos weiter. In den nächsten Jahren werden weitere Millioneninvestitionen folgen. Diese fließen nicht nur in den Kanadaring. Denn mit der Flugplatzstraße steht parallel das nächste Großprojekt an.

Die Laubengänge an den Wohnhäusern leuchten in grüner Farbe. Der Bereich zwischen den Gebäuden kommt ebenfalls grün daher, mit Bäumen und Sträuchern. "Früher standen hier Autos", sagt Wohnbau-Prokurist Klaus Birkner. Die parken nun an den Durchgangsstraßen, die Bereiche zwischen den Häusern sollen als Treffpunkt dienen. Statt Blech gibt es nun Bänke und kleine Spielflächen. "Wir haben allein vier Millionen Euro in die Außenanlagen investiert", sagt Wohnbau-Geschäftsführer Guido Echterbruch. Das größte Projekt der städtischen Tochterfirma, das 2015 begonnen hat, nimmt immer mehr Gestalt an.

Der erste Abschnitt war 25 Millionen schwer

Das zeigt auch der Blick hinter die Fassaden. Allein im Vorjahr sind sechs Millionen Euro in Sanierungen geflossen. Mehr als 25 Millionen Euro wurden insgesamt investiert, acht Millionen Euro Fördergelder halfen dabei. 269 Wohnungen mit 16 000 Quadratmetern wurden im Kanadaring und gegenüber in der Schwarzwaldstraße modernisiert. "Für die Bewohner geht das an die Schmerzgrenze", wissen die Verantwortlichen. Weil sie neue, größere Bäder erhalten, werden die Sanitärräume temporär vor die Haustür in Container verlegt. "Die weiteren Zimmer sanieren wir nur bei Mieterwechsel", sagt Echterbruch.

Dass diese Wechsel die Ausnahme bleiben, wird durch eine Deckelung der Miethöhen erreicht. Mit durchschnittlich 1,20 Euro Mieterhöhung pro Quadratmeter nach der Sanierung sieht sich die Wohnbau im grünen Bereich. Im Schnitt zahlen Mieter im Kanadaring weiterhin unter sechs Euro Kaltmiete auf den Quadratmeter.

Zwischen die sanierten Wohnhäuser mischen sich Neubauten. An der Schutter blickt Echterbruch auf drei Stadthäuser, 36 Wohnungen, 8,90 Euro Kaltmiete pro Quadratmeter im Schnitt. Ein Balanceakt: "Einerseits gibt es Fördergelder, andererseits steigen die Baukosten enorm." Eines der Gebäude hat die Wohnbau verkauft. Und für die Neubauten in der Quartiersmitte zeichnet ein Investor verantwortlich, die Deutsche Bauwert.

Nach der Sanierung ist vor der Sanierung

Nach der Sanierung ist vor der Sanierung. Im Kanadaring geht’s fast ohne Atempause mit Bauabschnitt zwei weiter. Die Pläne der Wohnbau: jedes Jahr zwei große Gebäude sanieren. Bis 2024 wären das zehn Häuser, 120 Wohnungen, 10 000 Quadratmeter Wohnfläche, 16 Millionen Euro Investitionen. Stemmen kann die Wohnbau das nur, weil die Stadt 2,5 Millionen Euro zur Verfügung stellt und das Eigenkapital der Wohnbau um 1,8 Millionen erhöht. Auch Nachverdichtung wird weiterhin großgeschrieben. Birkner zeigt auf die Fläche, wo einst die Walter-Kolb-Halle stand. Hier sind 26 geförderte Wohnungen in zwei Neubauten geplant, weitere fünf Millionen Euro werden investiert. Im zweiten Quartal 2020 soll’s losgehen. Für das passende Umfeld mit neuer Rad- und Fußwegeverbindung und Pavillon hat die Stadt bereits gesorgt.

Der Kanadaring könnte ein Vorbild für ein weiteres Quartier im Westen werden. Das Wohngebiet an der Flugplatzstraße wird das nächste Großprojekt. Statt saniert wird hier neu gebaut. Echterbruch: "Das parallel zu stemmen, wird eine große Herausforderung." Ebenso der Plan, die Mieter auch dort im Quartier zu halten. Zwei weitere Projekte hat die Wohnbau in der Pipeline. Sobald die archäologischen Ausgrabungen beendet sind, sollen in der Leopoldstraße elf geförderte Wohnungen in einem Neubau entstehen. Noch in diesem Jahr wird die Sanierung von Mehrfamilienhäusern in der Friedrichstraße und der Oberen Bergstraße in Angriff genommen.

Eine Namensänderung ist längst vom Tisch

Der erfolgreich bewältigte Kraftakt im Kanadaring gibt Rückenwind für kommende Aufgaben. "Es gab einmal die Idee, den Namen des Quartiers zu ändern", sagt Oberbürgermeister Wolfgang G. Müller. Er ist sicher, dass das nicht mehr notwendig ist. Wenn heute vom Kanadaring die Rede sei, gebe es keine negativen Reaktionen mehr. Müller sieht ein repräsentatives Wohnquartier im Lahrer Westen. "Das bleibt der Kanadaring, nur mit neuem Gesicht."
Die Wohnbau in Zahlen

Jahresüberschuss: 1,4 Millionen Euro (Vorjahr 2,4 Millionen)
Eigenkapital: 26,6 Millionen Euro
(25, 2 Millionen)
Umsatz: 9,5 Millionen Euro
(11,7 Millionen )
Leerstandsquote: 0,7 Prozent (1,24)
Fluktuationsrate: 8,5 Prozent (8,8)
Investitionen in Wohnungsbestand:
7 Millionen Euro (9,8 Millionen)
Wohnungsbestand: 1325 (1329)
davon preisgebunden: 115 (129)
Ein-Zimmerwohnungen: 107
Zwei-Zimmerwohnungen: 346
Drei-Zimmerwohnungen: 592
Vier-Zimmerwohnungen: 223
Fünf-Zimmerwohnungen 48
Sechs-Zimmerwohnungen: 7
Sieben-Zimmerwohnungen: 2

Mehr zu Thema: