Der Narr auf dem Weinfass

Erika Sieberts

Von Erika Sieberts

Mo, 13. Juli 2020

Ettenheim

BZ-SERIE SKULPTUREN: Seit 2006 sitzt der Hästräger auf dem Brunnen beim Adlerplatz in Altdorf.

Sie sind aus Stahl, Stein oder Holz, skurril geformt oder streng genormt: Skulpturen im öffentlichen Raum. Warum stehen die Kunstwerke da, wo sie stehen? Wer hat sie wann geschaffen und zu welchem Anlass? Die Badische Zeitung hat eine frühere Serie aktualisiert, ergänzt und stellt verschiedene Skulpturen in der Südlichen Ortenau vor. Heute: der Narrenbrunnen von Axel Nuvolin in Altdorf.

» Wo steht die Skulptur? Die Skulptur steht vor dem ehemaligen Gasthaus Adler auf dem gleichnamigen Platz in der Ortsmitte an der Abzweigung Jakob-Dürrse-Straße/Schmieheimer Straße.

Wer hat die Skulptur erschaffen? Der Steinmetz- und Steinbildhauermeister Axel Nuvolin. Brunnen, Trog und weitere gestalterische Elemente wie Weinblatt und Fass sind aus schwedischem Granit gehauen. Die Figur wurde nach einem Modell des Bildhauers in Bronze gegossen. Der 53-jährige Axel Nuvolin ist zusammen mit seinem Cousin Thomas Nuvolin Gesellschafter des gleichnamigen Steinmetzbetriebs mit Sitz in Lahr und einem Werk in Kenzingen.

» Aus welchem Anlass wurde die Skulptur erschaffen? Die Skulptur ist im Auftrag der Narrenzunft Sendewelle in Altdorf entstanden und wurde 2006 aufgestellt. Zum 50-jährigen Bestehen wollte die Zunft etwas Bleibendes im Ortsteil schaffen und hat unter mehreren Vorschlägen Nuvolins diese Skulptur ausgewählt.

Welche Bedeutung steckt hinter der Skulptur? Die Figur und der Brunnen sprechen für sich. Der Narr, mit typischer Maske der Sendewelle, im Spättle-Häs, sitzt auf einem Weinfass und hält in den Händen eine Karaffe und einen Schellenstab (Schellebengel). "Sendewelle" sagt man zum gebündelten Rebreißig. Sendewelle sei auch der Spottname der Altdorfer gewesen, so die Narrenzunft. Auf dem Brunnentrog sind das Ortswappen von Altdorf und das Entstehungsjahr des Brunnens eingemeißelt.