Premiere

Der neue Breisgau-Krimi im ZDF war leider nur seichte Unterhaltung

Heidi Ossenberg

Von Heidi Ossenberg

Mi, 20. Oktober 2021 um 21:39 Uhr

Computer & Medien

Am Mittwochabend lief die Pilotfolge "Bullenstall" der Serie "Breisgau" im Fernsehen. In der Serie stehen, anders als beim Schwarzwald-Tatort, die Spielorte im Vordergrund.

Man muss sich wohl damit abfinden: Dem Krimi kann man im linearen Fernsehen allenfalls durch den Aus-Knopf am Gerät entgehen. Früher war das medial verbreitete Verbrechen in den Vereinigten Staaten von Amerika zu Hause, heute wird gefühlt auch in jeder Ecke Deutschlands kameratauglich gemordet und aufgeklärt. Das ZDF hat jetzt ein neues Team von Ermittlerinnen und Ermittlern auf den Bildschirm geschickt: Am Mittwochabend lief die Pilotfolge "Bullenstall" der Serie "Breisgau" im Fernsehen.

Kommissarin Tanja Wilken (Katharina Nesytowa) hat sich aus Rostock erfolgreich auf die freie Stelle bei der Freiburger Mordkommission beworben. Ihr Kollege Dennis Danzeisen (Joscha Kiefer) ist nur einer von sechs Polizisten mit diesem Nachnamen im Revier: eine Dynastie. Klingt nach Klüngel? Eben! Womöglich hat sogar die Ermordung der Journalistin Silke Bär mit der Verwicklung der Danzeisens in dunkle Geschäfte zu tun? Verdächtig macht sich überdies Dennis Danzeisens bester Freund "Opi" Pieper. Tanja Wilken, geradlinig, korrekt und zurückhaltend im Wesen, weiß nicht recht, was und wem sie glauben soll – schließlich sind alle so freundlich zu ihr...

Eine größere Rolle als etwa im "Tatort" aus dem Schwarzwald spielen in "Breisgau" die Drehorte. Die Freiburger Innenstadt wird ausführlich gezeigt – fahren die Kommissare aus der Metropole heraus, landen sie sofort und ausnahmslos inmitten von Weinbergen. Da Hauptdarsteller Kiefer ein gebürtiger Breisgauer ist, ist zumindest sein Dialekt authentisch. Die Geschichte ist temporeich erzählt, gut gespielt, aber völlig unrealistisch – und auf Vorabendniveau. Die Dreharbeiten zur zweiten Folgen haben bereits begonnen.