Grenzüberschreitendes Projekt

Der Rundwanderweg "Laufenburger Acht" ist jetzt eröffnet

Susanne Eschbach

Von Susanne Eschbach

So, 01. Mai 2022 um 18:40 Uhr

Laufenburg

Bürgermeister Ulrich Krieger sieht durch das grenzüberschreitende Projekt den Zusammenhalt zwischen dem deutschen und dem schweizerischen Laufenburg gestärkt.

Der Rundwanderweg "Laufenburger Acht" ist eröffnet. Abgeordnete des Bundestages und des Landtages, vom Landratsamt, Bürgermeister benachbarter Kommunen und Großräte aus der Schweiz sind am Wochenende zur Feier gekommen. "Die Laufenburger Acht verbindet uns alle und bringt uns noch näher zusammen", sagte Laufenburgs Bürgermeister Ulrich Krieger am Samstagvormittag.

"Die Laufenburger Acht ist ein wichtiger Baustein für die grenzüberschreitende Zusammenarbeit"Herbert Weiss, Stadtammann von Laufenburg

"Die Laufenburger Acht ist ein wichtiger Baustein für die grenzüberschreitende Zusammenarbeit", sagte Herbert Weiss, Stadtamman (Bürgermeister) von Laufenburg. Die grenzüberschreitende Zusammenarbeit sei ein besonderer Schatz, der bewahrt werden müsse.

Nur geladene Gäste waren bei der Zeremonie dabei

Bei der Zeremonie des Banddurschneidens und dem kirchlichen Segen durften allerdings nur geladene Gäste anwesend sein – was manche Bürger bedauernd zur Kenntnis nahmen. "Schade, dass die Bevölkerung ausgeschlossen worden ist", sagte einer der Besucher, Gerhard Lang. Schließlich sei die "Laufenburger Acht" ein Weg für die gesamte Bevölkerung. Lang, aus Waldenbuch im Landkreis Böblingen und zurzeit zu Besuch in Laufenburg, gehörte zu den Ersten, die den Rundweg komplett gelaufen sind – am Nachmittag, als der Weg für alle freigegeben wurde. War das Wetter bei der offiziellen Eröffnung am Vormittag noch schön, regnete es später. Das hielt viele Interessierte davon ab, den Rundwanderweg erstmals auszuprobieren.

Schon in den 1960er Jahren gab es Überlegungen

Die ersten Überlegungen eines Rundweges gehen bereits zurück in die 1960er-Jahre. Doch die Initialzündung, konkrete Planungen in Angriff zu nehmen, war das 100-jährige Bestehen des Kraftwerks Laufenburg. Im Rahmen des Jubiläums öffnete das Kraftwerk den Übergang für die Öffentlichkeit. Dieser kann seither von Fußgängern und Radlern überquert werden.

Trotzdem war das Rheinufer immer noch nicht an allen Stellen durchgängig begehbar. "Oft stand das Projekt auf der Kippe", erinnert sich Bürgermeister Krieger. "Und stellte uns vor große Herausforderungen." 2017 dann wurde der Förderantrag beim EU-Interreg-Programm gestellt. Mit Erfolg. 1,5 Millionen Euro von 2,8 Millionen Euro Gesamtsumme wurden gefördert. 60 Prozent der Investitionen wurden auf deutscher Seite getätigt. "Die Entstehung des neuen Rundwanderwegs mit insgesamt 17 Erlebnisstationen hat eine große Unterstützung erfahren, auch von Seiten der Laufenburger Vereine", so Krieger weiter.

Um die Lücken beim Durchgang entlang des Rheinuferweges zu schließen, wurde eine Hängebrücke gebaut, dessen Material zum Teil mit einem Hubschrauber an Ort und Stelle gebracht werden musste. "Die entstandenen Erlebnispunkte entlang der Strecke fügen sich gut in die Natur ein", so Krieger. "Es ist ein schönes Projekt. Dass wir unseren Beitrag dazu leisten konnten, freut uns außerordentlich", sagte Beat Karrer vom Energiedienst. "Es gibt kein besseres Symbol als die Acht für diesen Weg", befand Jörg Gantzer, erste Landesbeamte vom Landratsamt Waldshut.
Stimmen zur Laufenburger Acht

Werner Bär (69), Oberwihl:"Mit gefällt der Weg sehr gut. Und ich finde auch diesen Biergarten hier in der Codmann-Anlage sehr schön. Hier lässt es sich so idyllisch sitzen und über den Rhein schauen. Schade, dass es diesen Biergarten nicht den ganzen Sommer über gibt. Das wäre doch auch ein schöner touristischer Anziehungspunkt, den sicher auch die Einheimischen bei einem Feierabendbier genießen würden."

Isolde Nägele (63), Oberalpfen: "Mich haben die Sitzbänke auf der Schweizer Seite begeistert. Man kann sie wie Kinositze runterklappen und wieder hoch. So bleiben die Bänke trocken und sauber. Die Idee ist wirklich super. Allerdings wird im Internet mit ,familienfreundlich’ geworben. Die vielen Treppen sind aber mit einem Kinderwagen nur schwer überwindbar. Vor allem auf der Schweizer Seite.

Helga Lang (59), Waldbuch: "Dieser Weg hat mich wirklich begeistert. Man kann ihn nicht nur als Familie oder in der Gruppe genießen, sondern man kann ihn auch ganz gut alleine gehen. Auf der Strecke gibt es einiges zu erfahren über Laufenburg und den Rhein. Da haben sich die beiden Städte wirklich was Tolles einfallen lassen. Wirklich sehr informativ und interessant."