"Der Schichtbetrieb macht dem Körper zu schaffen"

Kai Nisius und Timo Lohrbach,

Von Kai Nisius, Timo Lohrbach &

Fr, 04. Mai 2012

Zisch-Texte

ZISCH-INTERVIEW mit dem Fahrdienstleiter Dieter Wolf über seine Arbeit im Stellwerk in Müllheim.

Die Zisch-Reporter Kai Nisius und Timo Lohrbach aus der Rosenburgschule haben einen besonderen Bezug zum Bahnhof Müllheim. Kai fährt jeden Tag nach der Schule mit dem Zug nach Hause. Timo wohnt in der Nähe des Bahnhofs und bekommt mit, was dort passiert. Zusammen haben sie den Fahrdienstleiter Dieter Wolf vom Stellwerk in Müllheim interviewt. Er erklärte ihnen, welche Aufgaben er in seinem Beruf hat.

Zisch: Was sind Ihre Aufgaben als Fahrdienstleiter?
Dieter Wolf: Unsere Aufgabe ist es, Rangierfahrten sicher durchzuführen, Signale und Weichen zu stellen und Züge zu leiten, damit es keine Fehlleitungen gibt.
Zisch: Was passiert, wenn Sie einen Zug auf das falsche Gleis leiten?
Wolf: Das versuchen wir natürlich immer zu vermeiden. Doch wenn das mal passieren sollte, verständige ich mich mit dem Lokführer und stoppe den Zug. Sollte das schon zu spät sein, wird der Zug abgefangen und muss umdrehen.
Zisch: Wie lange gibt es das Stellwerk schon?
Wolf: Das Stellwerk gibt es in dieser Form seit 1968, als die ersten Menschen den Mond betraten.
Zisch: Ist Ihr Beruf anstrengend?
Wolf: Er ist nicht körperlich anstrengend, aber mental. Der Schichtbetrieb macht dem Körper aber doch zu schaffen.
Zisch: Was muss man für eine Schulbildung haben, um Fahrdienstleiter zu werden?
Wolf: Man braucht einen Realschulabschluss. Für größere Stellwerke wird das Abitur verlangt.
Zisch: Was passiert bei einem Stromausfall?
Wolf: Wenn das öffentliche Stromnetz und die Signale der Ampelanlagen ausfallen, werden automatisch Notstromaggregate eingesetzt.
Zisch: Gibt es auch Frauen in dem Beruf?
Wolf: Der Frauenanteil liegt bei etwa zehn Prozent.