Der Traum vom Verschwinden

Bettina Schulte

Von Bettina Schulte

Fr, 09. Januar 2015

Kino

"Wo ich wohne": Christine Nagels Film für die Wiener Schriftstellerin Ilse Aichinger.

Es ist nicht leicht, einen Film über jemanden zu drehen, der unsichtbar sein will. Seitdem sie denken kann, hört man Ilse Aichinger aus dem Off, träume sie davon zu verschwinden. Noch besser sei nur, erst gar nicht geboren zu sein. "Ich hatte nicht den Ehrgeiz zu existieren, im Gegenteil. Ich werde bis zum letzten Atemzug den Ehrgeiz haben, nicht zu existieren", sagte sie 2001 im Gespräch mit der Literaturkritikerin Verena Auffermann. In Christine Nagels Film "Wo ich wohne" ist Ilse Aichinger deshalb fast unsichtbar geblieben. Keine Einstellung zeigt sie in ihrem gegenwärtigen Dasein, das nun schon 93 Jahre währt. ...

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