Berg-Karabach

Der Waffenstillstand ist für viele Armenier ein Ende mit Schrecken

Thore Schröder

Von Thore Schröder

Di, 10. November 2020 um 21:40 Uhr

Ausland

BZ-Plus Nach dem Krieg um Berg-Karabach ist das Waffenstillstandsabkommen mit Aserbaidschan für viele Armenier eine Peinigung – die Erinnerungen an den Genozid von 1915 weckt.

Laura Cingoz und Guillaume Salmaslijan sind gleich nach Beginn des Krieges in das Land ihrer Vorfahren geeilt. Eigentlich lebt das Paar in Paris, er studiert Wirtschaft in einem Masterprogramm, sie lässt sich zur Kosmetikerin ausbilden. Die beiden 23-Jährigen sammelten Geld für die Menschen, die aus der umkämpften Region Berg-Karabach geflohen waren. Damit kauften sie in Armenien Lebensmittel und Kleidung für die Geflüchteten. "Manche von ihnen hatten nicht mal richtige Schuhe, nur Sandalen", sagt Cingoz.
Die Männer waren am 27. September, dem ersten Tag des Krieges, gegen Aserbaidschan in die Schlacht gezogen, die Familien blieben alleine zurück.
Viele Väter, Söhne, Brüder, Ehemänner und Geliebte sind aus den Schlachten in und um Berg-Karabach nicht zurückgekehrt. Von 1300 armenischen Gefallenen war zuletzt die Rede, Schätzungen liegen viel höher.
Allein am Dienstag wurden 81 Namen von Toten bekanntgegeben
Der Krieg gegen das Nachbarland Aserbaidschan um die Gebirgsregion, die die Armenier Artsach nennen, war längst zu einer nationalen Tragödie geworden. Überall im Land flatterten Banner mit den Namen und dem Alter der Gefallenen über den Straßen. Auf dem Heldenfriedhof von Jerablur, am Rande von Eriwan, mit herrlichem Blick auf den heiligen Berg Ararat, wurden fortwährend neue Gräber ausgehoben, vielmehr sogar mit schwerem Gerät in den felsigen Boden getrieben. Der Lärm der Schippen und ...

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