Detailgenau, ausdrucksstark und mit Augenzwinkern

Christiane Sahli

Von Christiane Sahli

Di, 09. August 2022

St. Blasien

Claudia Bardelang stellt ihren neuen Krimi vor, der in Menzenschwand spielt/Ortskundige können Personen und Orte wiedererkennen.

. Weidmanns Unheil heißt es in dem Schwarzwaldkrimi von Claudia Bardelang, in dem Kommissar Johann Briamonte erstmals in Menzenschwand ermittelt und in dem auch das Winterhaltermuseum eine Rolle spielt. Nur wenige Tage nach dem Erscheinen des Buches war die Autorin auf Initiative des Vereins Winterhalter in Menzenschwand am Freitag zu einer Premierenlesung in der alten Dorfkirche zu Gast. Eine Lesung, die Lust darauf macht, den Krimi so schnell wie möglich zu lesen.

Bereits mehrere in Italien spielende Krimis hat Claudia Bardelang in den vergangenen Jahren geschrieben. Die Idee für ein spannendes Geschehen im Schwarzwald hatte ihr Verleger, sagte die Autorin. Und Menzenschwand erwies sich als genau der richtige Schauplatz (die BZ berichtete).

Zu Beginn ihrer Lesung machte Claudia Bardelang die Zuhörer mit dem mürrischen Kommissar italienischer Abstammung bekannt und lässt sie an dessen Heimkehr in den Ort, in dem er aufwuchs, und der Begegnung mit seiner Mutter teilhaben. Und kurz nach seiner Rückkehr ereignet sich im Geißental schon ein Mord. Nachts ist ein Gastwirt auf der Jagd, nimmt Wild ins Visier und drückt ab. Aber statt des vermeintlich getroffenen Wildes findet er die Leiche eines jungen Italieners, der bei ihm als Kellner arbeitet. Aber hat er, wie befürchtet, tatsächlich den tödlichen Schuss abgegeben? Das bleibt offen.

In dieser Szene stand Johann Meier, ehemaliger Polizist und selbst Jäger, Claudia Berdelang hilfreich zur Seite. Stundenlang habe man auf einer Wiese gestanden und die Einzelheiten der Tat erörtertet. Eine skurrile Situation, habe ihr Lebensgefährte dazu gesagt, denn immer wieder seien Wanderer vorbeigekommen, die sich über das Gesprächsthema gewundert hätte, erinnerte sich Claudia Bardelang schmunzelnd.

Im weiteren Verlauf verschwindet auch noch eine Ukrainerin, die im selben Hotel wie der Ermordete gearbeitet hatte. Und da kam der Vorsitzende der Menzenschwander Bergwacht Peter Böhler ins Spiel, der die Autorin über die Einzelheiten einer Personensuche informierte. Eine Rolle spielt auch ein junges italienisches Ehepaar, sie Kunsthistorikern, die im Winterhaltermuseum recherchiert, er Polizist.

Es stellen sich viele Frage: Wollte der Getötete etwa ein Bild aus dem Museum stehlen? Und was hat die verschwundene Frau mit dem Fall zu tun? Die entscheidenden Antworten gab die Autorin natürlich nicht, denn spoilern wolle sie nicht, erklärte sie lachend. Eines versprach sie den Zuhörern jedoch: "Es bleibt spannend bis zu letzten Seite". Im Anschluss an ihre Lesung beantwortete Claudia Bardelang Fragen, erfüllte einen Wunsch aus den Reihen der Zuhörer und las noch eine Szene, in der die Vorsitzende des Winterhaltervereins Elisabeth Kaiser, die der Autorin ebenfalls in vieler Hinsicht zu Seite gestanden hatte. Alle anderen Personen und auch Orte mit Ausnahme des Museums seien aber fiktiv, betonte sie.

Eines stelle Elisabeth Kaiser allerdings schmunzelnd klar: "Im Museum wird nicht Kaffee getrunken und Kuchen gegessen". "Fiktion, alles Fiktion", sagte Claudia Bardelang dazu lachend.

Die vorgetragenen Passagen machten deutlich, wie gründlich die Autorin recherchiert hat und Orte, Situationen, Personen und Stimmungen liebevoll bis ins Detail eindrücklich und ausdrucksstark, aber immer wieder auch mit einem Augenzwinkern zu beschreiben vermag. Kurz und gut: Die Lesung macht Lust, das Buch so bald wie möglich zu lesen.

Und man darf sich auf den zweiten Krimi aus Menzenschwand freuen, der voraussichtlich im nächsten Frühjahr erscheinen wird.