Gedenken

50 Jahre Mauerbau: Die Wunde, die nicht heilt

Katja Bauer

Von Katja Bauer

So, 14. August 2011 um 19:19 Uhr

Deutschland

50 Jahre nach dem Mauerbau hat Berlin der Opfer gedacht. In den Schmerz der Erinnerung mischte sich leiser Trost – auch wenn Delegierte auf dem Parteitag der Linken für einen Eklat sorgten.

Christian Wulff war zwei Jahre alt, Angela Merkel kam in die zweite Klasse. Es war eine warme Augustnacht, ein Wochenende. Sie lagen wahrscheinlich in ihren Kinderbetten und schliefen. Kurz nach Mitternacht begannen in Berlin junge Männer in Uniform damit, Stacheldraht von großen Rollen abzuwickeln. Sie zogen den Draht über Straßen, Gehwege, Bahnhöfe. Als die Menschen im Osten aufwachten, hatte ihr Staat sie eingesperrt. Es war der 13. August 1961.

50 Jahre später beginnt dieser Tag kurz nach Mitternacht in einer kleinen Kirche. Wie ein hölzernes Ei liegt die Kapelle der Versöhnung auf einem langen Streifen Wiese an der Bernauer Straße in Berlin. Der Todesstreifen. Er war damals einfach ein Stück Stadt, mit Mietshäusern, einer Kirche, Friedhöfen, Gärten, Hinterhöfen. Aber genau hier teilte die Mauer nun die Stadt und die Welt, von jetzt auf sofort.

Wall der Unmenschlichkeit
Heute steht hier die Kapelle, eine lange Reihe stählerner Stelen entlang des Grenzverlaufs. Es sind Grundmauern der Häuser zu sehen, es gibt einen Rest der Vorderlandmauer, der Hinterlandmauer, der Grenzbeleuchtung, des Postenwegs. Das ist alles, was Berlin von der Mauer hat stehen lassen, damals, als sie fiel. Sie wollten ihn damals weghaben, den Wall der Unmenschlichkeit. Und nun, 22 ...

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