"Deutschland, deine Grenzen": Die Kölsch-Alt-Grenze

Wulf Rüskamp

Von Wulf Rüskamp

Do, 12. August 2010

Deutschland

BZ-SERIE (TEIL 2): Die Kölsch-Alt-Grenze trennt nicht nur die Geschmäcker, sondern auch die Lebensstile zweier Großstädte.

Mitten im Fluss verläuft eine Staatsgrenze, ab einer bestimmten Höhe wächst kein Baum mehr, hier spricht man badisch, dort schwäbisch. Wir sind umgeben von Grenzen – kulturellen und natürlichen, politischen, rechtlichen und geografischen. Einigen dieser Grenzen im Alltag haben wird uns auf unserer Sommerreise angenähert.

Bier ist nicht gleich Bier. Aber Alt, sagt der Kölner, ist gar kein Bier. Quatsch, widerspricht der Düsseldorfer, Kölsch ist kein Bier. Jetzt müssten die Fetzen fliegen. Doch weil der Kölner in seiner Kneipe im Severinsviertel hockt, der Düsseldorfer dagegen irgendwo an Europas längster Theke in der Düsseldorfer Altstadt herumsteht, passiert nichts.

In Langenfeld dagegen kann passieren, was insbesondere Kölnern unvorstellbar erscheint: Dass Alt- und Kölschtrinker einträchtig am Tisch sitzen und sich zuprosten. "Leeve un leeve losse", leben und leben lassen: Das ist zwar einer der zehn oder elf Wahlsprüche, mit denen Kölner ihren Alltag zu meistern verstehen. Doch das gilt nicht, wenn es um Bier geht: Da gibt es keine Kompromisse – und kaum ein anderes Bier als Kölsch für die Kölschen. Auf jeden Fall kein Alt: Dirk Heisterkamp, Marketing-Chef der Früh-Brauerei in Köln, kennt keine einzige Kneipe, in der Alt angeboten wird. Auch in der Düsseldorfer Altstadt müssen radikale Kölschtrinker glatt verdursten. Dieser Unterschied prägt sogar Computer: Als angeblicher Verkaufsschlager erwiesen sich in Köln Tastaturen, auf denen die "Alt"-Taste gegen eine solche mit der Aufschrift "Kölsch" ausgetauscht ist.

Ganz anders in Langenfeld: Hier in dieser eher gesichtslosen Mittelstadt mit ihrem neuen ...

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