Erster Weltkrieg

Deutschlands schwierige Erinnerungskultur

Gerd Krumeich

Von Gerd Krumeich

Do, 17. April 2014 um 12:48 Uhr

Deutschland

Dem Ersten Weltkrieg, der vor 100 Jahren begann, wird in Europa auf ganz unterschiedliche Weise gedacht. In Deutschland scheint die Erinnerung wenig lebendig. Woran liegt das?

Jeder Zeitung lesende und Internet-fähige Deutsche weiß heute, dass der Erste Weltkrieg ein sehr bedeutendes Ereignis war. Und so sind wir denn auch aktiv an der Inszenierung dieses epochalen Ereignisses beteiligt. Mehr als 350 Ausstellungen, Theateraufführungen, Lesungen von Kriegsbriefen sind für 2014 bis 2018 bislang geplant. Es gibt inzwischen sogar die Initiative für einen Kreuzweg über die Schlachtfelder. Und dazu stapeln sich die vielen neuen dicken Bücher.

Der Krieg als Kernbestand der nationalen Identität
Aber können wir des Ersten Weltkrieges gedenken, sind uns die toten Soldaten, das Leid ihrer Familien noch bewusst? Was hat er noch mit uns Deutschen zu tun, mit unserer Geschichte und Identität? Wenn man so fragt, wird sofort ein großer Unterschied zu unseren Nachbarn in Europa sichtbar: Für Franzosen und Belgier, Engländer, Schotten und Iren ist und bleibt der Erste Weltkrieg "La Grande Guerre" oder "The Great War". Er gehört zum Kernbestand ihrer Geschichte, er bleibt ein Fundament ihrer nationalen und individuellen Identität.

Ab dem Juli 2014 werden die großen und die kleinen Nationen Europas des Weltkriegs gedenken, wobei allein in England noch Nationalstolz oder Stolz auf den militärischen Triumph über die "Krauts" mitschwingt. In Frankreich und Belgien werden es reine Gedenkveranstaltungen sein, ...

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