Regensburg

Korruptions-Verdacht gegen Oberbürgermeister Wolbergs

Patrick Guyton

Von Patrick Guyton

Do, 02. März 2017

Deutschland

Oberbürgermeister Joachim Wolbergs stand nach seiner Wahl für den Aufbruch in Regensburg – jetzt wird gegen den Hoffnungsträger wegen Korruption ermittelt .

Das Alte Rathaus von Regensburg ist ein trutziges Gebäude, es steht für mittelalterliche Herrlichkeit. Teile davon wurden schon im 13. Jahrhundert errichtet. Bis 1806 war hier der Sitz des Immerwährenden Reichstags. Die Oberbürgermeister nutzen das geschichtsträchtige Haus auch heute noch als Amtssitz. Im ersten Stock befindet sich hinter einer wuchtigen Massivholztür das Zimmer Nummer 9. Auf einem Schild steht: "Oberbürgermeister Joachim Wolbergs".

Doch der OB ist nicht da. Vom 18. Januar an war er im Gefängnis, sechs Wochen lang, am Dienstag erst kam er wieder frei: Untersuchungshaft wegen Verdunkelungsgefahr. Und mit ihm sein enger Vertrauter, der Bauunternehmer Volker Tretzel, in der Branche die Nummer eins in Regensburg. In der Stadt an der Donau ist der mutmaßlich größte kommunale Bestechungs- und Spendenskandal der Republik aufgeflogen. Tretzel soll den SPD-Mann Wolbergs geschmiert haben, um ein schönes, großes Grundstück für den Wohnungsbau zu bekommen. Ausgerechnet Wolbergs, den Hoffnungsträger, der alles besser machen wollte. Nun ist von der "Bananenrepublik Regensburg" die Rede.

Margit Wild sitzt im kleinen Café Anton in der Altstadt, bestellt einen Tee und meint als erstes, dass weiterhin die Unschuldsvermutung gelte. Das sagen alle in Regensburg als erstes. Derzeit ist es ein Skandal im Konjunktiv. Dann sagt Wild: "Jetzt erscheint alles in einem anderen Licht." Die 57 Jahre alte Frau ist hier ein bekanntes Gesicht der SPD. Vorsitzende des ...

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