Kommentar

Die AfD ist gespalten, nicht gemäßigt

Katja Bauer

Von Katja Bauer

So, 01. Dezember 2019 um 22:04 Uhr

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Zum ersten Mal ist der AfD ein geordneter Übergang in der ersten Reihe der Parteispitze gelungen, ohne Putsch oder irrlichternde Überraschungskandidaten.

Um das Duo Meuthen/Chrupalla zu sichern, arbeiteten die Parteispitzen monatelang, trafen Absprachen. Gerade das ist eins der Probleme, die die AfD jetzt hat: Die Basis will den Abschied von basisdemokratischen Idealen und diese Professionalisierung nicht. Wohin geht die Reise? Was die Vorsitzenden wollen, ist klar: Die AfD müsse sich als Partner für die Union anbieten. Gauland mahnt deshalb zur Mäßigung. Doch da müsste er vor seiner eigenen Bilanz erschrecken. Denn die weist in die entgegengesetzte Richtung. Die AfD hat sich radikalisiert. Hinweise, dass die neue Spitze in eine andere Richtung führen wird, gibt es nicht.

Zwar sagt Meuthen, er stehe für eine rechtsextreme Partei nicht zur Verfügung. Sein Geheimnis bleibt, wo für ihn Extremismus anfängt und was er mit jenen plant, die am extrem rechten Rand zuhause sind.

Chrupalla ist dank dieses Randes gewählt worden. Wie gespalten, wie radikal die AfD ist, wurde bei den Wahlen der Vertreter der zweiten Reihe sichtbar. Die Machtverhältnisse in der AfD sind nicht entschieden.