Grenzach-Wyhlen

Die Arbeiten an der Kesslergrube kommen trotz Corona gut voran

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Mo, 06. April 2020 um 19:29 Uhr

Grenzach-Wyhlen

Zwei von drei Baufeldern hat Roche vollständig von Abfällen befreien lassen. Im Sommer sollen die Arbeiten am letzten Baufeld in Grenzach-Wyhlen beginnen.

Bereits 2015 hatten die Vorbereitungen zur Sanierung der Altablagerung Kesslergrube begonnen. Mittlerweile sind zwei von drei Baufeldern vollständig von Abfällen befreit und mit sauberer Erde aufgefüllt. Im Sommer sollen die Aushubarbeiten im letzten Baufeld beginnen. Die Baustelle läuft trotz der Corona-Krise weiter, was laut Roche dank konsequenter Abstandswahrung sowie Arbeitsschutz- und Hygienemaßnahmen möglich ist.

Aktueller Stand der Bauarbeiten

Wie die Roche Pharma mitteilt, ist die Wiederverfüllung des Baufelds Süd abgeschlossen. Seit Beginn der Rückverfüllung Mitte Dezember 2019 sind in dieses Baufeld 108 500 Tonnen sauberes Erdmaterial gefüllt worden. Als Nächstes wird eine Schotterschicht, darauf dann Beton und Asphalt verlegt. Auf diese Fläche wird die Logistikfläche mit Schleusensysteme und Lagerboxen verlegt. Derzeit befindet sich diese noch auf dem Baufeld Mitte.
BASF

Das Verwaltungsgericht hat die Klagen gegen den Sanierungsplan der BASF, die Altlasten auf der Kesslergrube einzukapseln, abgelehnt: BASF darf Altlast in Kesslergrube in Grenzach-Wyhlen einkapseln. Die Kläger hatten einen Totalaushub gefordert.

Dieses Baufeld wird, als dritter und letzter Bauabschnitt, nach dem Umsetzen der Logistikfläche saniert. Der Start der Aushubarbeiten im Baufeld Mitte ist im Sommer vorgesehen. Derzeit laufen dort die Vorbereitungsarbeiten für die vollständige Grundwasserabsenkung. Das Baufeld Mitte soll möglichst vollständig entwässert werden, damit der Aushub nicht durch das Grundwasser beeinträchtigt wird, teilt Roche mit. Anschließend beginnen die Rückbaumaßnahmen, und das Areal wird verkehrstechnisch wieder erschlossen.

Die Sanierungsarbeiten können dank konsequenter Abstandswahrung und Arbeitsschutz- und Hygienemaßnahmen auch in der aktuellen Situation weitergeführt werden. Alle Mitarbeiter, die nicht unmittelbar auf der Baustelle tätig sein müssen, arbeiten von zu Hause aus, teilt das Unternehmen mit. Auch künftig werde man zudem alles daran setzen, das Verkehrsaufkommen und die Lärmemissionen möglichst gering zu halten. Lärmintensive Arbeiten werden so umgesetzt, dass es nur in kurzen Zeitperioden zu erhöhten Lärmemissionen kommt. Ganz vermeiden lasse sich Lärm jedoch nicht.

Jahresbericht 2019

Nach einer zweijährigen Vorbereitungsphase hatte Roche Ende 2017 mit dem Aushub des belasteten Erdreichs in der Kesslergrube begonnen. Mehr als zwei Jahre später sind zwei von drei Baufeldern vollständig von Abfällen und belastetem Erdreich befreit. Die Arbeiten im vergangenen Jahr standen dabei ganz im Zeichen des Aushubs und der Rückverfüllung von Baufeld Süd, teilt Roche mit.

In diesem Baufeld wurden – in der schallgedämmten und luftdichten Einhausung – 94 000 Tonnen belastetes Erdmaterial ausgehoben, in havariesichere und gasdichte Spezialcontainer verfüllt und zur thermischen Entsorgung nach Deutschland und in die Niederlande transportiert. Damit wurden bis Anfang Oktober 2019 insgesamt etwa 275 000 Tonnen teils unbelastetes, teils belastetes Erdreich umweltgerecht entsorgt.

Nach der umfassenden Reinigung des Halleninneren konnte noch im Dezember 2019 begonnen werden, das Baufeld Süd mit sauberem Erdmaterial aufzufüllen, teilt Roche in seinem Jahresbericht mit. Ebenfalls im Dezember wurden erste Umbaumaßnahmen ausgeführt. Diese Umbaumaßnahmen an der Einhausung und der Hallentechnik sind notwendig, um Platz für die Sanierung des letzten Baufeldes zu schaffen. Die Rückverfüllung des Baufeldes Süd wurde im März 2020 abgeschlossen.

Nach Angaben von Roche steht bei den Arbeiten an der Kesslergrube die Sicherheit der Mitarbeiter an oberster Stelle. "Seit dem Beginn der Sanierungsarbeiten am 27. August 2015 verzeichneten wir am 9. Oktober 2019 bereits 1500 arbeitsunfallfreie Tage", wird Richard Hürzeler, Gesamtprojektleiter Sanierung Kesslergrube und globaler Roche-Verantwortlicher für Umwelt und Altlasten, im Jahresbericht zitiert.

Und auch eine rege Öffentlichkeitsarbeit ist dem Unternehmen wichtig. Die Möglichkeiten, die Roche den Anwohnern und Interessierten biete, würden genutzt und geschätzt. Davon zeuge nicht nur das anhaltende Interesse an den Führungen im ganzjährig geöffneten Besucherzentrum, sondern auch der Besucherrekord beim vierten öffentlichen Baustellentag im vergangenen Jahr mit 745 Besucherinnen und Besuchern.
Kesslergrube

Bei der Altablagerung Kesslergrube handelt es sich um mehrere ehemalige Kiesgruben, die zwischen 1913 und 1969 angelegt und betrieben wurden. Im Jahr 2011 hat die Altlastenbewertungskommission Baden-Württemberg festgelegt, dass die Grube saniert werden muss, da das Grundwasser unterhalb der Grube durch industrielle Stoffe belastet ist. Die Altablagerung Kesslergrube erstreckt sich auf einer Fläche von rund 52 000 Quadratmetern und weist ein Ablagerungsvolumen von etwa 310 000 Kubikmetern auf. Die Firmen Roche und BASF teilen sich die Sanierung. Roche ist für den westlichen Teil des Geländes (Perimeter 1) und den angrenzenden nordwestlichen Teil (Perimeter 3) zuständig und hebt den Boden dort komplett aus. Diese Aushubarbeiten sollen etwa 2020 beendet sein.