Die Armut wird verfolgt

Do, 04. Januar 2001

Literatur & Vorträge

Kein Benefizprogramm für Rührselige: Die Reporterin Gabriele Goettle hat den Bedürftigen einfach nur zugehört.

Es sind die Hochzeiten des Kapitalismus, in denen seine Opfer sich des tiefsten Mitleids und der großherzigsten Zuwendung gewiss sein dürfen. Aus sicherer Entfernung ist die Mittelklasse durchaus geneigt, einen Blick in die schwindelnden gesellschaftlichen Abgründe zu riskieren. Boomzeiten sind, so die amerikanische Publizistin Barbara Ehrenreich in ihrem Buch "Angst vor dem Absturz" ("Fear of Falling", 1989), die blühendsten Phasen des wohltätigen bis sozialrevolutionären Engagements.

Inzwischen hat der Kapitalismus zwar weltweit gesiegt, doch dieser Erfolg ist ihm selbst zweifelhaft geworden. Nach der fiebrigen Gier der 80er und der Post-Wende-Depression der 90er signalisieren die Zusammenbrüche am Neuen Markt, dass der Traum vom shareholder value für jedermann und jedefrau nichts anderes war als eben das: ein Traum. Keine guten Zeiten für den Blick nach unten also; es könnte, wer sich allzu tief über die ...

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