Die Atmosphäre wird nicht zusätzlich belastet

Stephan Verhoff

Von Stephan Verhoff (Freiburg)

Mo, 12. April 2021

Leserbriefe

Die von der Naturwald-Akademie im Auftrag von Greenpeace erstellte Studie zur Kohlenstoffspeicherung von europäischen Wäldern ist mittlerweile durch neue wissenschaftliche Erkenntnisse überholt. Leider setzen sich oft wiederholte, aber obsolete Aussagen in den Köpfen fest. In Biologie in unserer Zeit 1/2021 (51) äußerte sich jüngst ein breites Expertengremium zum Thema "Speicherung von Kohlenstoff im Ökosystem und Substitution fossiler Brennstoffe – Klimaschutz mit Wald".

Aus den zusammengefassten Ergebnissen dieser Studie wird nachfolgend zitiert: Nachhaltig bewirtschaftete Wälder enthalten in Deutschland zum Zeitpunkt der Ernte gleich hohe Mengen an Holzbiomasse pro Hektar Waldfläche wie nicht bewirtschaftete Wälder. Nachhaltige Bewirtschaftung orientiert sich an der natürlichen Entwicklung eines Waldes. Holzprodukte vermeiden den Einsatz von Bau- und Werkstoffen mit hohem Energiebedarf in der Herstellung ("Produkt-Substitution") und ersetzen fossile Brennstoffe als Energieträger ("Energie-Substitution").

Die Atmosphäre wird bei der energetischen Nutzung von Holz nicht zusätzlich belastet, denn Holz enthält rezent durch Photosynthese gebundenen Kohlenstoff, der alternativ auch durch Verrottung freigesetzt würde. Waldbewirtschaftung und Holzverwendung verbessern die Treibhausgasbilanz Deutschlands zurzeit um etwa elf bis 14 Prozent.

Es wäre daher durchaus lobenswert, wenn sich Umweltverbände oder selbsternannte Wald- und Baumexperten zunehmend an der Wissenschaft orientieren würden. Stephan Verhoff, Freiburg