Kommentar

Die Ausstellung zur NS-Zeit sollte historisch eingeordnet werden

Ulrike Derndinger

Von Ulrike Derndinger

Fr, 06. September 2019

Kommentare

Die Ausstellung ist eine Fleißarbeit. Zur historischen Einordnung gehört aber auch eine kritische Kommentierung der Ausstellungsstücke.

Die Ausstellung ist eine Fleißarbeit, die Lob verdient. Sie bietet interessante Schlaglichter. Aber selbst wenn es gelingt, die oft kleingedruckten Dokumente zu entziffern – eine umfassende Aufarbeitung der NS-Zeit in Neuried leistet die Ausstellung nicht. Dazu hätte unbedingt gehört, dass die Geschehnisse historisch eingeordnet und die Dokumente kritisch kommentiert werden. Zu einer Ausstellung gehört zudem, Fotos mit Namen zu versehen. Es wird ein Foto gezeigt, auf dem Neurieder Akteure des NSDAP-Regimes zu sehen sind, aber sie werden nicht benannt – obwohl die Namen bekannt sind. Zumindest das könnte man zur Ausstellungseröffnung noch ändern. Die Gewaltherrschaft und der Krieg waren Menschenwerk, gewollt, unterstützt oder toleriert von vielen, die "dabei" waren, wie Wahlergebnisse und Postkarten mit Hakenkreuzfahnen an Fachwerkhäusern zeigen. Dabei geht es nicht darum, die Nachfahren zu brandmarken, aber die Täter zu benennen.