Die Bafin soll mehr Biss bekommen

dpa

Von dpa

Sa, 31. Juli 2021

Wirtschaft

Neuer Chef der deutschen Finanzaufsicht, Mark Branson, will klare Regeln setzen.

Die Erwartungen an Mark Branson sind hoch, wenn er zum 1. August sein Amt als oberster Finanzaufseher Deutschlands antritt. Unter seiner Leitung soll die Finanzaufsicht Bafin mit ihren etwa 2700 Beschäftigten nach dem Wirecard-Skandal mehr Biss bekommen. Branson, der die britische und die Schweizer Staatsbürgerschaft besitzt, gilt als kenntnisreicher, harter Regulierer.

Erste Pflöcke hat der frühere Chef der Schweizer Finanzaufsicht Finma bereits eingeschlagen. "Die Worte und Taten der Führungspersonen sind es, die eine Kultur im Laufe der Zeit aufbauen", sagte Branson (Jahrgang 1968) nach seiner Nominierung bei einem öffentlichen Fachgespräch im Finanzausschuss des Bundestags Mitte April. Klare Vorstellungen hat der studierte Mathematiker auch, wenn es um die inzwischen stark eingeschränkten Geschäfte von Bafin-Mitarbeitern mit Wertpapieren geht. "Ich bin für sehr klare Regeln, bis hin zu Verboten." Die Regeln müssten für die Mitarbeiter möglichst einfach sein, womit "eine gewisse Strenge" einhergehe. Den "Anschein von Laschheit" könne sich eine Aufsichtsbehörde nicht leisten. Der ehemalige Topmanager der Großbank UBS war 2010 zur Schweizer Finanzaufsicht Finma gewechselt und seit 2014 deren Direktor. "Er hat die Finma auf ein neues Level gebracht und alle drangsaliert", zitiert das Manager Magazin einen nicht näher genannten langjährigen Schweizer Topbanker.

Die deutsche Finanzaufsicht war im Zuge des Wirecard-Skandals massiv in die Kritik geraten. Der bisherige Bafin-Präsident Felix Hufeld und Vize Elisabeth Roegele mussten ihre Posten räumen. Weder der Bafin noch den Wirtschaftsprüfern von EY war der mutmaßliche jahrelange Milliardenbetrug von Wirecard aufgefallen. Der inzwischen insolvente Zahlungsdienstleister hatte Luftbuchungen von 1,9 Milliarden Euro eingeräumt.