Wiesentalkonferenz

Die Bahn soll mit der Vorplanung für den Ausbau der Wiesentalbahn beginnen

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Mi, 13. Oktober 2021 um 16:53 Uhr

Kreis Lörrach

Der Zweckverband Regio-S-Bahn (ZRL) 2030 meldet einen wichtigen Schritt auf dem Weg zum Ausbau der Regio S-Bahn. Die Wiesentalkonferenz gibt der Bahn grünes Licht für die Vorplanung.

Der Zweckverband Regio-S-Bahn (ZRL) 2030 meldet einen wichtigen Schritt auf dem Weg zum Ausbau der Garten- und Wiesentalbahn für den 15-Minuten-Takt zwischen Basel und Lörrach beziehungsweise Lörrach und Schopfheim. In der Wiesentalkonferenz, die am 13. Oktober intern und nichtöffentlich im Lörracher Burghof tagte, sei die Bahn definitiv mit der Grundlagenermittlung und der Vorplanung des Ausbaus beauftragt worden, ist einer Mitteilung des ZRL zu entnehmen. Das sei in enger Abstimmung mit dem Schweizer Bundesamt für Verkehr(BAV) und dem Verkehrsministerium des Landes erfolgt, heißt es weiter.

Das Land hat Unterstützung signalisiert

Der ZRL, der den Kreis Lörrach und die Kommunen entlang der deutschen Streckenabschnitte versammelt, verfolgt das Ziel, die S-Bahn attraktiver zu machen. Der Viertelstundentakt zwischen Lörrach und Basel ist auf Schweizer Seite dabei bereits als Bestandteil des dort 2019 beschlossenen Bahn-Ausbauschritts 2035 definiert. Inzwischen hat auch das Land signalisiert, den Ausbau zusammen mit einer Förderung aus dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz des Bundes (BGVFG) zu unterstützen, wenn die Förderfähigkeit bestätigt wird. Darüber hinaus hat das Land bereits angekündigt, eine Taktverdichtung der S 6 zwischen Basel und dem Lörracher Hauptbahnhof zu bestellen und zu finanzieren.

Der Ausbau umfasst aber auch die Anbindung des neuen Großklinikums, das derzeit am Ostrand der Stadt Lörrach neben der Trasse der Wiesentalbahn entsteht. Zudem schafft er eine Basis für weitere Angebotsergänzungen. So könnte die S 5 aus Weil bis Schopfheim künftig alle Unterwegshalte bedienen oder der 15-Minuten der S 6 Richtung Basel über den Badischen Bahnhof hinaus verlängert werden.

Die Finanzierung weiterer Taktverdichtungen muss noch geklärt werden

Indes muss die Finanzierung dieser Vorhaben noch geklärt werden. Die Vorabklärungen haben zudem ergeben, dass dieser Angebotsausbau die Erweiterung drei eingleisiger Abschnitte auf Doppelspur bedingt, und zwar zwischen Riehen und Stetten, zwischen Brombach und dem Haltepunkt Zentralklinikum sowie in Schopfheim. In Riehen hat das zuletzt Vorbehalte der Gemeinde stimulier und erst am Mittwoch hat sich die örtliche EVP mit einer Petition gegen eine Doppelspur im Dorfzentrum an das Basler Parlament und die Regierung gewendet.

Nach längerem Vorlauf hat der ZRL die Bahn am Mittwoch gleichwohl mit den Leistungsphasen 1 und 2 der deutscher Honorarordnung für Architekten und Ingenieure beauftragt. In diesen Phasen, an deren Finanzierung sich laut der Mitteilung auch die Schweiz beteiligt, werden alle Grundlagen erarbeitet und basierend darauf die Erfordernisse der Infrastruktur genau definiert. Darüber hinaus versichern die Projektträger im Lauf der Planungen mittels der Erkenntnisse "die Bedürfnisse und Anliegen aus der Bevölkerung genauer zu erfassen und gebührend zu berücksichtigen". Hinter der verklausulierten Formulierung steht das Bemühen, die in der Öffentlichkeit stark kritisierte späte Inbetriebnahme des Haltepunkts am neuen Großklinikum zu beschleunigen. Nun wird weiter geprüft, ob sich das Vorhaben im Rahmen des Gesamtprojektes vorziehen lässt.

Beteiligte ziehen ein positives Fazit

Die Beteiligten der Wiesentalkonferenz jedenfalls ziehen laut der Mitteilung durchweg ein positives Fazit. Er freue sich, dass die Planungen für den Ausbau der grenzüberschreitenden Strecke nun "zielgerichtet fortgeführt werden. Das Land würde es sehr begrüßen, wenn die Planungen zügig voranschreiten, auch für die Anbindung des Zentralklinikums", lässt sich Berthold Frieß, Amtschef Verkehrsministerium, in der Mitteilung zitieren. Sie sei überzeugt, dass die S-Bahn im Landkreis mit dem Projekt ein gutes Stück zukunftsfähiger werde, betont auch Landrätin Marion Dammann. Nun komme es darauf an, die dringenden Ausbaubedarfe zügig planerisch vorzubereiten. Beschleunigungspotenziale, aber auch kommunale und individuelle Betroffenheiten seien dabei vertieft zu prüfen und zu lösen.

Thorsten Krenz, der Konzernbevollmächtigter der Deutschen Bahn für Baden-Württemberg versicherte, dass sein Unternehmen die Planung nun mit Nachdruck vorantreiben werde. Auch BAV-Vizedirektorin Anna Barbara Remund zeigte sich zufrieden damit, "dass es mit diesem wichtigen grenzüberschreitenden Projekt nun einen großen Schritt vorwärts geht."
Klare Haltung: Der Lörracher Oberbürgermeister Jörg Lutz hat die Wiesentalkonferenz initiiert. Im Interview spricht er über seine Erwartungen an die Konferenz und die Prioritäten beim Ausbau der Wiesentalbahn.