Britisches Königshaus

Die bodenständige Enkelin der Queen: Prinzessin Eugenie wird 30

Silvia Kusidlo

Von Silvia Kusidlo (dpa)

So, 22. März 2020 um 21:18 Uhr

Panorama

Im britischen Königshaus läuft zurzeit nicht alles rund. Auf ein Mitglied der Royals kann sich Königin Elizabeth II. stets verlassen: ihre Enkelin Prinzessin Eugenie, die am Montag 30 Jahre alt wird.

Die Tochter von Prinz Andrew und Sarah Ferguson (Fergie) ist bodenständig und im Hauptberuf nicht Prinzessin, sondern Kunstexpertin. Nur ihr Modegeschmack ist umstritten: Ihre ungewöhnlichen Hutkreationen lösten schon viel Spott aus.

Eugenie studierte Kunstgeschichte im nordostenglischen Newcastle, arbeitete zwei Jahre in einem Auktionshaus in New York und ist nun Direktorin bei der Londoner Kunstgalerie Hauser & Wirth. Seit Oktober 2018 ist sie mit dem Geschäftsmann Jack Brooksbank (33) verheiratet, der früher einmal Manager in einer Nobeldisco war. Die beiden haben sich im Skiurlaub in der Schweiz kennengelernt. Um ein paar Ecken sind sie sogar miteinander verwandt.

Das Paar heiratete in der St.-Georgs-Kirche auf dem Gelände von Schloss Windsor. Die Daily Mail kritisierte die Hochzeit als viel zu pompös: "Sie (Eugenie) ist nicht gerade ein großer Stern am Firmament der königlichen Familie." Die Prinzessin habe Hunger nach Glamour und Glitzer, sei aber für den Staat "so wichtig wie einer der Corgis der Queen". Was das britische Boulevardblatt nicht erwähnte: Die St.-Georgs-Kirche ist ein üblicher Hochzeitsort für Royals und Eugenie ist gut vernetzt mit Prominenten aus allen Bereichen. Zu ihren Hochzeitsgästen zählten unter anderem Top-Model Kate Moss, die Schauspielerin Demi Moore und Musiker James Blunt.

Eugenie mag Hotdogs, Netflix-Serien, Computerspiele und Fußball, wie sie in Interviews erzählte. Dass sie im Schatten ihrer Cousins William (37) und Harry (35) steht, scheint sie nicht zu ärgern. Sie ist die Zehnte in der britischen Thronfolge. Auch über die frühe Scheidung ihrer Eltern spricht sie offen: Der Herzog von York und die quirlige Fergie hielten demnach Eugenie und ihre Schwester Beatrice (31) aus dem Ehestreit heraus und sind heute beste Freunde. Manche glauben gar, dass sie wieder ein Paar sind.

Eine große Belastung dürften aber für Eugenie und ihre Schwester die Missbrauchsvorwürfe gegen ihren Vater sein. Eine US-Amerikanerin behauptet, der Prinz habe sie als Minderjährige missbraucht. Der 60-Jährige lässt daher vorerst alle royalen Pflichten ruhen. In der Öffentlichkeit ist Andrew, der früher als "Randy Andy" (geiler Andy) verspottet wurde, so gut wie gar nicht mehr zu sehen. Das dürfte sich bei der Hochzeit seiner ältesten Tochter Beatrice ändern. Sie will Ende Mai den Immobilienmogul Edoardo Mapelli Mozzi heiraten – allerdings Medienberichten zufolge in kleinerem Rahmen als Eugenie.

Trotz ihres Berufs erfüllt Eugenie royale Pflichten: Sie hat die Schirmherrschaft für mehrere Gesundheitsorganisationen- nicht ohne Grund: Eugenie litt unter einer Wirbelsäulenverkrümmung (Skoliose) und musste sich als Zwölfjährige einer Operation unterziehen. Seitdem halten Titanstäbe den Rücken der Prinzessin gerade. Bei ihrer Hochzeit begeisterte Eugenie mit ihrem Rückenausschnitt: Ihre markante OP-Narbe war zu sehen – es soll anderen Skoliose-Patienten Mut machen.