Fußball

Die Bundesliga muss sich gedulden – vorerst dürfen keine Fans in die Stadien

dpa, bz

Von dpa & BZ-Redaktion

Mo, 10. August 2020 um 19:25 Uhr

1. Bundesliga

In der Fußball-Bundesliga wird es zumindest bis zum 31. Oktober keine massenhafte Rückkehr von Fans in die Stadien geben.

Die Fußball-Bundesliga hat bei ihren Bemühungen für eine Rückkehr der Fußball-Fans in die Stadien vorerst eine Absage aus der Politik erhalten. "Tausende Zuschauer in den Stadien – das passt nicht zum aktuellen Infektionsgeschehen", teilte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn auf Twitter mit. "Jetzt heißt es, keine vermeidbaren Risiken einzugehen. Das Konzept der DFL ist in der Theorie gut. Entscheidend ist in der Pandemie aber die Praxis im Alltag."

Und auch von der Gesundheitsministerkonferenz (GMK) wartete die Liga am Montag vergeblich auf positive Signale, zum Auftakt der Spielzeit 2020/21 Mitte September wieder vor Publikum zu spielen. Das habe aus Sicht der Gesundheitsminister der Länder keine Priorität. Darin bestehe Einigkeit hieß es. Bis mindestens 31. Oktober soll in leeren Bundesligastadien gekickt werden.

Angesichts der wieder gestiegenen Corona-Fallzahlen herrscht Skepsis in der Politik, wie es Bayerns Ministerpräsident Markus Söder ausdrückte. "Ich habe mich sehr für den Start von Geisterspielen eingesetzt, das läuft auch hervorragend. Aber bei vollen Stadion zum Bundesliga-Start bin ich außerordentlich skeptisch. Ich kann es mir derzeit nicht vorstellen", sagte der CSU-Chef in Nürnberg und betonte: "Es hätte auch eine verheerende Signalwirkung an die Öffentlichkeit. Sowohl was Kapazitäten im Medizinischen betrifft als auch gegenüber kulturellen Veranstaltungen."

Immerhin Sachsens Regierungschef Michael Kretschmer würde dem Zuschauerkonzept der Deutschen Fußball-Liga (DFL) schon bald eine Chance geben.

Skepsis auch in Baden-Württemberg

"Ich bin der Meinung, man muss ihnen jetzt die Chance geben, diese Sache zu erproben", sagte der CDU-Politiker am Montag im ARD-Mittagsmagazin mit Blick auf das DFL-Konzept. Es sei wichtig, "dass wir jetzt auch an diesem Punkt einen Schritt nach vorn gehen".

Von Massentests vor dem Stadionbesuch hält Kretschmer allerdings nichts, weil es nicht praktikabel sei. Man könne nicht so viele Menschen vorher testen, sagte er. "Das Prinzip muss sein, so wie am Arbeitsplatz, so wie beim Einkaufen muss eine Sportveranstaltung so organisiert sein, dass man sich nicht anstecken kann", forderte er.

Söder hingegen hat große Bedenken, nachdem die Zahlen zum Ende der vergangenen Woche erstmals seit Anfang Mai wieder über der Schwelle von 1000 Fällen pro Tag gelegen hatten. Für den 53-Jährigen wäre es daher das falsche Signal und "auch nicht klug, wenn wir Schulstart haben, wenn wir beginnenden Herbst haben, zu überlegen, dass wir dann zusätzlich 20 000, 25 000 Leute in den Stadien haben".

Auch das baden-württembergische Gesundheitsministerium lehnt eine Rückkehr von Fans in die Stadien zum Saisonstart ab. Angesichts der steigenden Infektionszahlen sei dies aus Gründen des Infektionsschutzes nicht vorstellbar. "Die Corona-Verordnung erlaubt derzeit Großveranstaltungen mit bis zu 500 Menschen", sagte eine Sprecherin des Ministeriums am Montag. "Tausende Menschen in einem Stadion sind aus unserer Sicht aber derzeit nicht darstellbar, wenn wir auf der anderen Seite in vielen gesellschaftlichen Bereichen aus gutem Grund nach wie vor restriktive Vorgaben machen müssen."

Die Fußball-Bundesliga startet am dritten September-Wochenende in die neue Saison. Das DFL-Konzept hatte Anerkennung von Seiten der Politik bekommen, Zweifel und Kritik gab es vor allem von Wissenschaftlern.