Zusammenarbeit

Die Chemie- und Pharmaunternehmen am Hochrhein gründen einen Verein

Daniel Gramespacher

Von Daniel Gramespacher

Mi, 11. Dezember 2019 um 07:03 Uhr

Lörrach

Die Chemie- und Pharmaunternehmen am Hochrhein professionalisieren ihre Zusammenarbeit mit der Gründung eines Vereins. Auch Vertreter der Kommunen und von Bürgerinitiativen sind mit dabei.

Arbeitgeber und Arbeitnehmer, Bürgerinitiativen, Landkreise, Kommunen, Institutionen und Wirtschaftsverbände haben sich im Verein Chemie und Pharma am Hochrhein zusammengeschlossen. Dessen Zweck sei, die Branchen in den Landkreisen Lörrach und Waldshut zu vernetzen und gemeinsam zu vermarkten, sagte der Vorsitzende Olaf Breuer, Leiter des Evonik-Standortes Rheinfelden, am Dienstag nach der ersten Mitgliederversammlung vor Medien.

Drei Themenfelder sollen bearbeitet werden

Die Idee, ein Gefäß zu schaffen, das die gemeinsamen Interessen zusammenführt, ist nicht neu. Seit 2013 gibt es die Initiative Chemie am Hochrhein, aus der später Chemie und Pharma am Hochrhein wurde. Nun präsentiert sich das Netzwerk mit neuer Struktur. Mit der Rechtsform eines Vereins werde die Zusammenarbeit auf eine neue professionelle Ebene gehoben, erläuterte Breuer. Mitglieder des Vereins sind die Unternehmen. Deren Vertreter bilden den Vorstand. Weitere Mitglieder der bisherigen Initiative sitzen im Beirat. Arbeitsgruppen sollen drei Themenfelder bearbeiten: das Anwerben und Ausbilden von Fachkräften, das Weiterentwickeln der Infrastruktur unter wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Aspekten sowie die Öffentlichkeitsarbeit.
Chemie und Pharma am Hochrhein e.V.
Mitglieder: BASF Grenzach GmbH, DSM Nutritional Products GmbH, Energiedienst Holding AG, Evonik Technology & Infrastructure, Novartis Pharma Produktions GmbH, Rhein-Per-Chemie GmbH und Roche Pharma AG
Beirat: Agentur für Arbeit Lörrach, AGV Chemie, Gemeinde Grenzach-Wyhlen, Gewerbeschule Rheinfelden, IG BCE, IHK Hochrhein-Bodensee, Landratsamt Lörrach, Landratsamt Waldshut, Stadtverwaltung Rheinfelden, Wirtschaftsförderung und Standortentwicklung Rheinfelden, Wirtschaftsregion Südwest, Zukunftsforum Grenzach-Wyhlen
Kontakt: Chemie und Pharma am Hochrhein, c/o Evonik, Untere Kanalstraße 3, Rheinfelden, info@chemiepharma.de

Natürlich blieben die Unternehmen Konkurrenten; der Wettbewerb sei wichtig, sagte Breuer. Gemeinsam sei aber das Ansinnen, die Region attraktiver und das Zusammenleben und -arbeiten besser zu gestalten. Chemie und Pharma am Hochrhein auch überregional zu präsentieren, ist für Rheinfeldens Oberbürgermeister Klaus Eberhardt ein Fernziel. Lörrachs Landrätin Marion Dammann nannte die Konstellation einzigartig. Durch frühe Einbindung der Landkreise als Genehmigungsbehörden ließen sich Prozesse beschleunigen. "In den zentralen Herausforderungen lässt sich nur gemeinsam etwas bewegen", ist Dammanns Waldshuter Amtskollege Martin Kistler überzeugt. Regionale Cluster seien aus Landessicht wichtig für das Standortmarketing, die Vereinsgründung sei ein Meilenstein für mehr Wettbewerbsfähigkeit, befand ein Vertreter des Wirtschaftsministeriums.

Gegenüber den Konzernzentralen Gehör verschaffen

Der Gewerkschafter Klaus Keßner stellte das Projekt in einen größeren, historischen Zusammenhang. Nicht zuletzt der Industrialisierung sei zu verdanken, dass die Region geworden ist, was sie heute ist. Bei aller Kritik an der Industrie gelte es diese Grundlage des Wohlstandes aufrecht zu erhalten. Die Chemie- und Pharmaunternehmen der Region seien allesamt Töchter großer Konzerne. Mit einem gemeinsamen Auftritt gelinge es viel eher, sich in den Konzernzentralen Gehör zu verschaffen, gab Klaus Keßner sich zuversichtlich.