Kommentar

Die Eltern haben das Nachsehen

Ulrike Derndinger

Von Ulrike Derndinger

Mi, 31. März 2021

Kommentare

Das Planungsbüro für die Friesenheimer Kita steigt aus. Alle Seiten bedauern das, der Bürgermeister spricht von einer Verkettung unglücklicher Umstände. Die Leidtragenden sind am Ende jedoch nicht die beteiligten Parteien, sondern die Eltern.

Das Planungsbüro wirft das Handtuch und alle sind darüber ziemlich unfroh. Das Büro bedauert, dass das Vertrauen zum Gemeinderat für ein Herzensprojekt zerrüttet ist, die Mandatsträger in Ortschafts- und Gemeinderat bedauern, dass ihnen die Tonlage verrutscht ist, das Rathaus bedauert, dass es einen Partner verliert, mit dem es bis dato gut zusammengearbeitet hat. Das ganze ist eine Mischung aus verletzten Gefühlen, übers Ziel hinausgeschossenen Emotionen und einer Portion Naivität, dass dieses Thema ohne Knirschen beschlossen werden könnte. Und wer weiß, vielleicht hat Ortsvorsteherin Brigitta Schrempp recht und es spielte auch Pandemiefrust und die Sorge ums wirtschaftliche Wohlergehen der Gemeinde eine Rolle dabei, dass einige Gemeinderäte das Büro so heftig angriffen. So unsachlich wie die Kritik an der Arbeit des Büros teils war, so wenig rational ist dessen Entscheidung, sich aus dem Projekt zurückzuziehen, zumal eine große Mehrheit mit ihm weiterarbeiten wollte. Vielleicht hätte ein "Verzeihung" des Gemeinderats das Ruder herumgerissen? Es wäre zumindest eine gute Geste gewesen. Statt das Projekt, für das seit drei Jahren zurecht Tempo gemacht wird, nun planerisch in die Wege zu leiten, steht die Gemeinde vor einem aufwändigen Neubeginn. Bedauern allerseits – aber an die größten Verlierer hat bei allem Bedauern scheinbar keiner gedacht: an die Eltern.