Gorleben

Die Entscheidung war rein politisch

Elmar Werner

Von Elmar Werner (Waldkirch)

Sa, 24. Oktober 2020

Leserbriefe

Zu: "Umweltminister mahnt zur Verantwortung", Beitrag von Jens Schmitz (Politik, 29. September)
Der energiepolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Paul Nemeth, sagte laut dem Artikel, dass seine Fraktion sehr überrascht sei, weil der Standort Gorleben nicht mehr im Rennen sei. Weiterhin Zitat: "Sollte der Standort nun von Wissenschaftlern als ungeeignet bewertet werden, ‚müssten die Vorgänger dieser Wissenschaftler ja richtige Dummköpfe gewesen sein‘", sagte Nemeth.

Gemeint sind offensichtlich Wissenschaftler. Diese Aussage dreht die Fakten ins Gegenteil um. Die Entscheidung für Gorleben war rein politisch. Die geologische Eignung des Endlagers Gorleben wurde nie festgestellt. Es stimmt nachdenklich, dass es trotz der bekannten Fakten noch immer Politiker gibt, die nicht einsehen oder wahrhaben wollen, dass Gorleben ungeeignet ist. Sie verbreiten sogar Äußerungen, die von politischen Fehlentscheidungen ablenken und diese Wissenschaftlern in die Schuhe schieben sollen. Kann man solche Politiker noch als unsere Vertreter wählen?

Dass die schwarz-rote Koalition ein ehrlicheres Auswahlverfahren eingeleitet hat, muss man hoch anrechnen. So kann verlorenes Vertrauen zurückgewonnen werden. Das ist nicht Verdienst der Schwarzen, denn die Zweifel an das Ende von Gorleben kommen aus der schwarzen Ecke.Elmar Werner, Waldkirch