"Die fetten Jahre sind vorbei"

kna

Von kna

Sa, 08. Mai 2021

Panorama

Zukunftsforscher: Corona-Pandemie löst neue Bescheidenheit aus / Maßhalten beim Konsum.

Die Mehrheit der Deutschen ist nach über einem Jahr Pandemie und Beschränkungen nach eigenen Angaben maßvoller geworden. Das geht aus Repräsentativumfragen des Opaschowski Instituts für Zukunftsforschung (OIZ) hervor, deren Ergebnisse dem Redaktionsnetzwerk Deutschland vorliegen. Dafür waren Ende Februar 2021 insgesamt 1000 Menschen ab 14 Jahren in Deutschland nach Konsumgewohnheiten befragt worden.

61 Prozent sagen demnach: "Die Corona-Krise hat meine Lebenseinstellung nachhaltig verändert: Beim Konsumieren und Geldausgeben bin ich maßvoller und bescheidener geworden und vermisse nichts." Zwei Drittel der Befragten (64 Prozent) denken: "Die fetten Jahre sind vorbei, das Schlaraffenland ist abgebrannt." Die meisten nennen dafür ganz persönliche Gründe.

"Der gewohnte Konsumdreiklang Shopping/Kino/Essengehen ist auf der Strecke geblieben", sagt OIZ-Chef Horst Opaschowski. Konsum nach Maß bedeute aber nicht nur Verzicht. Denn die Mehrheit der Bevölkerung stelle zugleich fest, nichts zu vermissen. Nach Einschätzung von Opaschowski tritt an die Stelle des Shopping-Spaßes als Glücksgefühl nun zunehmend die bewusste Wahrnehmung von Werten. "Materielles tritt hinter Immaterielles wie Gesundheit, Sicherheit und soziale Geborgenheit zurück. Auch Zeit wird fast so wertvoll wie Geld."