Kandern/Efringen-Kirchen/Malsburg-Marzell

Die First-Responder Gruppen rücken nicht mehr aus

Victoria Langelott

Von Victoria Langelott

Mi, 25. März 2020 um 12:09 Uhr

Efringen-Kirchen

Die First-Responder der Feuerwehren Kandern, Efringen-Kirchen und Malsburg-Marzell setzen wegen der Corona-Krise ihren Dienst aus. Damit soll einer Ansteckung von Feuerwehrleuten vorgebeugt werden.

Die Corona-Krise zwingt auch die Feuerwehren zu besonderer Vorsicht. Bisher sind Feuerwehrleute in Kandern und Efringen-Kirchen von dem Virus verschont geblieben, halten Kanderns Gesamtkommandant Günter Lenke und sein Kollege aus Efringen-Kirchen, Philipp Haberstroh, fest. Die Feuerwehren tun viel dafür, um ihre Einsatzbereitschaft zu sichern.

"Wir kochen auf Sparflamme." Feuerwehrkommandant Günter Lenke, Kandern
"Wir kochen auf Sparflamme", berichtet Günter Lenke auf BZ-Nachfrage. Es gibt keine Übungen und keine Versammlungen mehr, Schrottsammlungen und Ausflüge sind bis auf Weiteres abgesagt. Kontakte unter Feuerwehrleuten sollen vermieden, ihre Einsatzbereitschaft nicht wegen einer Ansteckung gefährdet werden. Ein weitere Maßnahme: "Wir haben die Ersthelfergruppe abgemeldet," sagt Günter Lenke.

Die Feuerwehrleute von Efringen-Kirchen, Kandern und Malsburg-Marzell, die die beiden First-Responder-Gruppen bilden, rücken bei einem Notfall nicht mehr aus, um die Zeit bis zum Eintreffen des Rettungsdiensts zu überbrücken. Zu groß sei das Risiko, so Lenke, dass sie dadurch in Kontakt mit einem Corona-Patienten kämen.

Schutzanzüge, Masken und Desinfektionsmittel würden vom Landkreis für alle Feuerwehrleute beschafft, um sie schützen zu können, wenn Einsätze mit Patienten unumgänglich sind, erklärt Lenke. Derweil hat sich die Feuerwehr Efringen-Kirchen schon beholfen und – weil die Ausrüstung noch nicht parat stand – kurzerhand eine Schutzausrüstung aus dem Baumarkt besorgt, schildert Gesamtkommandant Haberstroh. Sie entspreche zwar nicht offiziellen Standards, doch reiche fürs Erste aus. Wie gestern in Mappach, als die Feuerwehr Efringen-Kirchen mit der Drehleiter zur Unterstützung der örtlichen Wehr und des Rettungsdienst bei einem medizinischen Notfall gefragt war. Es galt, einen Patienten mit der Drehleiter aus dem oberen Stockwerk eines Hauses zu bringen. Bei solchen Einsätzen sei es unerlässlich, so Haberstroh, dass der Feuerwehrmann, der dem Erkrankten am Nächsten komme, geschützt sei, so Haberstroh.

Je nachdem, wie sich die Krise entwickle und ob irgendwann der Katastrophenschutz tätig werden müsse, könnte die Feuerwehr noch für weiter reichende Aufgaben als Teil des Katastrophenschutzes gefordert sein, so Haberstroh, und würde dann auch noch entsprechend ausgerüstet. Kanderns Kommandant Lenke hält noch fest, dass die Vorgehensweisen in Zusammenarbeit mit dem Kreisbrandmeister etabliert würden, "damit alle Feuerwehren das Gleiche machen." Er betont im Übrigen: "Wir müssen als Feuerwehrleute in dieser Krise noch vorsichtiger sein als normale Leute, denn wir wollen für die Bevölkerung einsatzfähig bleiben."

"Einmal die Woche kommen die Kommandanten der Abteilungen zur Videokonferenz zusammen." Gesamtkommandant Philipp Haberstroh, Efringen-Kirchen


Beide Kommandanten sind froh, dass es in ihren Feuerwehren noch keine Erkrankten gibt. Dass viele Feuerwehrleute von ihrem Arbeitgeber ins Homeoffice geschickt wurden, trägt zu deren Schutz bei. Auch Philipp Haberstroh gehört zu jenen, die derzeit ihre Arbeit von daheim aus erledigen müssen. Einmal die Woche kämen die Kommandanten der Abteilungen zur Videokonferenz zusammen, erzählt er, um sich auszutauschen.

Treffen werden vermieden. Daher gab es auch keine feierliche Übergabe des neuen Mannschaftstransportwagens für die Feuerwehr Efringen-Kirchen. Er ersetzte den rund 20 Jahre alten VW-Bus und dient dem Mannschaftstranport von und zur Einsatzstelle sowie dem Transport der Jugendfeuerwehr zum Ausbildungsdienst.