Internationale Vorbereitungsklassen

Die ganze Welt unter einem Dach

Merita Alimaj, Alexandra Ciotlaus, Markus Hecker, Fabian Kaltenbach, Angelina Righi, Kübra Simsek, Niklas Wagner, alle Klasse 8 b, Karlschule Freiburg

Von Merita Alimaj, Alexandra Ciotlaus, Markus Hecker, Fabian Kaltenbach, Angelina Righi, Kübra Simsek, Niklas Wagner, alle Klasse 8 b & Karlschule Freiburg

Di, 15. November 2011 um 16:40 Uhr

Schülertexte

Seit 1970 gibt es Vorbereitungsklassen an der Karlschule. Kinder und Jugendliche aus aller Welt lernen dort deutsch. Warum kommen sie nach Deutschland? Weil es zum Beispiel in ihrer Heimat Krieg gibt, und sie dort nicht sicher sind.

Jährlich kommen etwa 80 – 100 neue Schüler und Schülerinnen an die Karlschule, die in vier Vorbereitungsklassen unterrichtet werden. Die Gründe, die Familie, die Freunde, das Land und damit seine Sprache und Kultur zu verlassen, sind so vielfältig wie das Leben selbst.

Viele Familien kommen nach Deutschland wegen der besseren Arbeits- und Lebensmöglichkeiten. Manche aber auch, weil der Vater oder die Mutter einen deutschen Partner geheiratet hat. Andere kommen wegen der besseren medizinischen Versorgung. Sanas und Feisal sind aus Afghanistan gekommen, weil es dort Krieg und Verfolgung gibt. "Ich hatte Angst zur Schule zu gehen, weil es nicht sicher war, dass ich dort ankomme", sagte Sanas.
Als Sabah und Kowan aus dem Irak nach Deutschland kamen, haben sie sich anfangs alleine gefühlt, aber sicher. "Hier mussten wir keine Angst mehr vor Verfolgung haben."

Doch nicht alle Kinder und Jugendlichen fühlten sich in Freiburg gleich wohl. Einige waren einsam, weil sie Freunde und zum Teil sogar Familienangehörige zurück lassen mussten. Sabina aus dem Kosovo hatte Angst, weil sie sich nicht verständigen konnte. Bo aus Thailand fürchtete sich vor der Kälte in Deutschland.

Inzwischen schätzen viele ihre neu gewonnenen Freundschaften und dass Mädchen und Jungen hier lockerer miteinander umgehen. Auriol aus Kamerun findet den technischen Fortschritt und die Demokratie in Deutschland besser.

Für die Schüler hat sich im Schulleben vieles verändert. In vielen Ländern gibt es keine Schulpflicht, so wie bei Zuhoor und Sabah aus dem Irak. Außerdem berichteten sie, dass Mädchen andere Kleidung tragen mussten und es gab Schläge, wenn sie zu spät kamen. Layla aus dem Iran musste ihre Bücher selbst kaufen und Schulgeld bezahlen. Alexandra aus Rumänien und Auriol aus Kamerun mussten freitags die Schule putzen. Viele erzählten, dass die Lehrer und Lehrerinnen in ihren Herkunftsländern strenger sind.

Fast so lange, wie es Vorbereitungsklassen gibt, gibt es auch einen Schulsozialdienst, der die neu eingereisten Kinder und Jugendlichen bei der Bewältigung ihres neuen Alltags unterstützt. Carmen Giesin übernimmt seit vier Jahren diese Aufgabe im Auftrag des Deutschen Roten Kreuzes in der Karlschule. Sie berührt besonders, wie viel Kraft Kinder haben, mit ihrer neuen Situation zu Recht zu kommen. Ganz besonders, wenn sie schlimme Situationen in ihrem Heimatland erlebt haben.

Schulleiter Hansjörg Nievergelt ist es wichtig, dass Schüler der Regelklassen ihren ausländischen Mitschülern helfen, sich in die Schulgemeinschaft zu integrieren.

Kübra kommt aus der Türkei. Ihre Zukunft in Deutschland sieht sie so: "Ich möchte eine gute Schulausbildung machen, um einen Beruf lernen zu können. Dann kann ich mein Leben leben, wie ich es möchte und selbst entscheiden, wo ich lebe."