Die große Mehrheit ist für ein sofortiges Ende

dpa

Von dpa

Mi, 22. April 2020

Handball 1. Bundesliga

Die Handball-Bundesliga bricht die Saison ab / Deutscher Meister ist der THW Kiel / Absteiger gibt es keine, dafür zwei Aufsteiger.

KÖLN (dpa). Die Saison in der ersten und zweiten Handball-Bundesliga (HBL) ist wegen der Coronavirus-Pandemie abgebrochen worden. Das haben die 36 Clubs am Dienstag nach einer Abstimmung mit großer Mehrheit beschlossen. Zudem legte das HBL-Präsidium fest, dass die Abschlusstabelle nach der sogenannten Quotientenregelung gewertet wird. Dabei werden bei jedem Team die Pluspunkte durch die absolvierten Spiele geteilt und anschließend mit 100 multipliziert. Damit steht der THW Kiel erstmals seit 2015 wieder als deutscher Meister fest.

"Wir hatten schon 90 Prozent Zustimmung heute für den Abbruch, ohne dass uns schon alle Rückmeldungen vorlagen. Diese Saison hatten die meisten Clubs für sich ohnehin abgehakt", sagte Liga-Präsident Uwe Schwenker. Er fügte mit Blick auf die Meisterentscheidung hinzu: "Die Quotientenregelung ist von allen Szenarien die gerechteste Lösung."

Die weiteren internationalen Startplätze gehen an Vizemeister SG Flensburg-Handewitt, der wie Kiel in der Champions League starten wird, sowie SC Magdeburg, TSV Hannover-Burgdorf und die Rhein-Neckar Löwen (Euro League). Absteiger wird es keine geben. Stattdessen steigen zwei Teams – der HSC 2000 Coburg und TuSEM Essen – aus der zweiten Liga auf, so dass die kommende Erstliga-Saison mit 20 Mannschaften bestritten wird. Wann wieder gespielt werden kann, ist aber noch unklar. "Im Moment ist der 31. August der Fixpunkt, bis zu dem Großveranstaltungen verboten sind. Das ist ein gutes Datum für uns", sagte Schwenker. Bei der Ermittlung der Abschlusstabelle gab es lediglich einen Härtefall. Wegen der Quotientenregelung rutschen die Füchse Berlin vom fünften auf den sechsten Platz ab und verpassen dadurch die Teilnahme am Europapokal. "Wir werden aber keinen Protest einlegen gegen die Wertung. Es gibt keine gerechten Lösungen in dieser Situation. Dass es uns trifft, müssen wir sportlich akzeptieren", so Füchse-Geschäftsführer Bob Hanning.

Insgesamt trifft der Abbruch die Liga hart. Die HBL rechnet mit Verlusten von rund 25 Millionen Euro. Auch aus diesem Grund war die Entscheidung lange aufgeschoben worden – zumal ein Saisonabbruch in den Statuten nicht vorgesehen war. Ursprünglich bestand die Hoffnung, die Saison spätestens vom 16. Mai an fortzusetzen, um sie bis Ende Juni abzuschließen. Dieses Szenario ist nun hinfällig.

Auch in der dritten Handball-Liga ist die Saison abgebrochen worden. Die Spielzeit in der Jugend-Bundesliga wird ebenfalls nicht fortgesetzt. "Unsere Vereine der dritten Liga und der Jugend-Bundesliga haben an ihren Standorten keine Möglichkeit, den Trainingsbetrieb wieder aufzunehmen und können in der Folge auch keine Spiele austragen", so DHB-Vorstandschef Mark Schober.

Deutscher Handball-Frauenmeister wurde übrigens Borussia Dortmund.