Die Holzprofis

dpa

Von dpa

Mi, 03. März 2021

Beruf & Karriere

Ausbildung: Parkettleger leisten Millimeterarbeit.

Ob Büro oder Privathaus: Der passende Boden ist überall wichtig. Er muss funktional sein – und gleichzeitig gemütlich wirken. Parkettleger kümmern sich dabei längst nicht nur um das für ihren Beruf namensgebende Parkett. Linoleum zuschneiden, Teppiche kleben, Kork-Böden auslegen: Auch das gehört zu ihren Aufgaben.

Worauf es dabei ankommt, lernen Ivan Dreer und Ibrahim Cayli. Die beiden sind im dritten Lehrjahr ihrer Ausbildung. Spaß und das Interesse am Umgang mit dem Werkstoff ist eine der wichtigsten Voraussetzungen für den Beruf. Daneben ist handwerkliches Geschick gefragt. "Man muss aber auch bereit sein, Dinge anzupacken", erzählt Dreer. "Da sollte man schon Kraft und Ausdauer mitbringen." Räumliches Vorstellungsvermögen und mathematische Fähigkeiten seien ebenfalls wichtig, sagt Markus Bretschneider, vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB). Eine formale Zugangsbeschränkung wie einen bestimmten Schulabschluss gibt es nicht. Der überwiegende Teil der Auszubildenden hat laut Bretschneider einen Hauptschulabschluss.

"Zu den täglichen Aufgaben eines Parkettlegers gehört es, die Rahmenbedingungen für das Verlegen zu prüfen", erklärt Bretschneider. Im nächsten Schritt müssen die Handwerker den Untergrund vorbereiten, etwa indem sie einen Höhenausgleich vornehmen. Für den letzten Schliff behandeln Parkettleger die Oberflächen und versiegeln sie etwa mit Öl, Lack oder Kunstharz. Wo kein neues Parkett verlegt wird, kümmern sich die Holzexperten um die Instandhaltung und Restaurierung von Parkettböden.

Nach drei Wochen im Betrieb, auf unterschiedlichen Baustellen, wartet auf die Auszubildenden jeweils eine Woche Berufsschule. Im Unterricht wird die nötige Theorie vermittelt. Dort lernen die angehenden Parkettleger zum Beispiel Schleiftechniken kennen und die Maschinen, mit denen sie umgehen können müssen.

Laut Bundesagentur für Arbeit bewegt sich die tarifliche Bruttovergütung für Azubis im Parkett- und Bodenlegerhandwerk zwischen 630 Euro brutto im ersten und 750 Euro im dritten Jahr. Allerdings: 55 Euro mehr verdienen angehende Maurer schon im ersten Lehrjahr. Dennoch ein großes Plus: Die Berufschancen sind als gut einzuschätzen. Besonders das Thema Nachhaltigkeit ist eines, das die Branche beschäftigt. Nach der Ausbildung können sich Gesellen etwa auf das Verlegen von Industrieparkett spezialisieren – oder auf Restaurierungsarbeiten. Wer aufsteigen will, kann seinen Weg als Parkettlegermeister fortsetzen.