Engagement

Die Lilienhofschule in Staufen zeigt Courage

Gabriele Hennicke

Von Gabriele Hennicke

Do, 09. Januar 2020 um 12:40 Uhr

Staufen

Die sonderpädagogische Lilienhofschule in Staufen wurde für das Modellprojekt "Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage" ausgewählt. Und Fußball-Nationalspielerin Klara Bühl ist Patin.

Die Lilienhofschule in Staufen reiht sich ein ins bundesweite Courage-Netzwerk. Sie wird damit eines der ersten Sonderpädagogisches Bildungs - und Beratungszentren (SBBZ) in Baden-Württemberg, das sich "Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage" nennen darf. Andreas Haiß von der Stuttgarter Landeskoordination übergab vor der versammelten Schülerschaft die Urkunde. Die Münstertälerin Klara Bühl, SC-Spielerin und erfolgreiche Stürmerin der Deutschen Fußball-Nationalmannschaft der Frauen, übernahm eine Patenschaft für die Schule.

Der Titel soll ein Startschuss sein

Als Schule ohne Rassismus will sich die Lilienhofschule für ein Schulklima einsetzen, in dem jede Form von Diskriminierung, Mobbing und Gewalt keine Chance hat. Die Bewerbung für das Netzwerk, das mit über 3000 Schulen in ganz Deutschland das größte seiner Art ist, wurde durch Referendarin Nathalie Klausmann angestoßen. Sie behandelte im vergangenen Schuljahr mit der 8. Klasse das Thema Antisemitismus und drehte mit den Jugendlichen ein Bewerbungsvideo fürs Projekt.

"Mit der Verleihung des Titels werden wir nicht dafür ausgezeichnet, was wir alles schon getan haben, sondern der Titel ist quasi der Startschuss für einen längeren Prozess mit vielen Projekten, wir verpflichten uns für die Zukunft", sagte Rektor Dieter Behm bei der kleinen Feierstunde. "Alle machen mit, nicht nur die Schüler, auch Lehrer, Hausmeister, jeder wurde befragt, ob er unser Vorhaben unterstützt", ergänzte Brehm.

"Eine Schule ohne Rassismus grenzt keinen aus, beurteilt andere nicht nach ihrer Herkunft, ihrem Aussehen oder ihrer Religion." Rektor Dieter Behm
Von den rund 100 Schülerinnen und Schülern der Klassen 1 bis 9 sowie von sämtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern haben sich mehr als 90 Prozent für eine Teilnahme ausgesprochen. Damit haben sie die Bereitschaft signalisiert, sich in zukünftigen Projekten mit der Thematik auseinander zu setzen.

"Eine Schule ohne Rassismus grenzt keinen aus, beurteilt andere nicht nach ihrer Herkunft, ihrem Aussehen oder ihrer Religion", übersetzte der Rektor die Anliegen des Projektes in kindgerechte Sprache. In Baden-Württemberg sind 257 Schulen Teil des Landesnetzwerkes, berichtete Koordinator Andreas Haiß.

Träger ist das Kolping Bildungswerk Württemberg, das vom Ministerium für Soziales und Integration Baden-Württemberg und der Landeszentrale für Politische Bildung gefördert wird. Das Bundesnetzwerk wurde bereits 1995, also vor 25 Jahren, gegründet.

Mit der 19-jährigen Klara Bühl aus Münstertal konnte die Schule eine junge, erfolgreiche Frau als Patin gewinnen. "Sie sind als junge Frau eine Identifikations- und Leitfigur für die Mädchen und über das fußballerische Ausnahmetalent gleichsam ein Idol für unsere sportinteressierten Jungen", sagte Dieter Behm.

Klara Bühl will die Schule künftig öfter besuchen, etwa bei Veranstaltungen. Die Lilienhofschule ist bereits Partnerschule des SC Freiburg und wird mit Schülerinnen und Schülern mehrerer Klassenstufen beim Freunde-statt-Fremde-Cup des SC Freiburg im Juli teilnehmen.

Natürlich hatten die Schülerinnen und Schüler viele Fragen an die Nationalspielerin, die diese geduldig beantwortete. Besonders beeindruckte die Kinder, dass Klara Bühl beim Länderspiel gegen England im November vor 77 000 Zuschauern im Londoner Wembley-Stadion das Siegtor schoss, und zwar in der 90. Minute. Nach der Fragerunde gab es noch Autogrammkarten der Stürmerin. Das Gedränge war groß.