Die Männer hüten das Haus, die Frauen lassen’s krachen

Gertrud Rittner

Von Gertrud Rittner

Mi, 19. Februar 2020

Wutach

Jede Menge Tierisches bei der Landfrauenfasnet Ewattingen / Musikcombo spielt verzweifelt gegen Geräuschpegel der Närrinnen an.

WUTACH-EWATTINGEN. Ein Stall voller Tiere macht jede Menge Arbeit. Deshalb waren die Ewattinger Männer wohl sehr froh darüber, dass sie zur Landfrauenfasnet nicht eingeladen waren und zu Hause bleiben durften, um dort Haus und Sofa zu hüten.

Doch es muss nicht immer nur Mist hinten raus kommen. Mit einem abwechslungsreichen und originellen Programm, flotten Tänzen und unterhaltsamen Spielen bewiesen die Närrinnen im Gasthaus Burg, dass Frauen unter sich jede Menge Spaß haben können. Während die Hühner wild gackerten, die Schafe blökten, die Ferkel ihre Mutter suchten und die Mägde sich über den neuesten Dorftratsch austauschten, versuchten die Musiker der Hohenlupfen Combo aus Stühlingen beinahe verzweifelt gegen die Geräuschkulisse anzukommen. Zunächst hatten sie kaum eine Chance, denn die Zwei- und Vierbeiner aus Ewattingen, Blumegg, Lausheim und Weizen mussten sich erst einmal beruhigen. Das Programm trug dazu bei, dass manches Huhn auch einmal den Schnabel halten konnte.

Unter Leitung von Ellen Dörflinger und Marion Angst zeigten einige Frauen ein Knieballett. Ein Mann und eine Frau zuckelten da zu "Griechischer Wein" von Udo Jürgens und "We Will Rock You" von Queen. Mit viel Beifall wurden die Tänzerinnen belohnt. Nun konnten sich die wilden Hühner nicht länger zurückhalten und eroberten mit Witzen die Bühne. Christine Dornfeld, Bettina Gliese und Claudia Klein waren kaum zu bändigen und so manches Huhn mischte eifrig mit. Es war der reinste Hühnerstall. Als Nicola Schmidt an der Gitarre mit Sandra Güntert, Melitta Hofmeier und Karin Kienzle ihr Lied "Jetzt nimm halt Zewa" zum Besten gaben, lauschten die närrischen Tiere zunächst gespannt. Es dauerte jedoch nicht lange und unter viel Gelächter und Applaus wurden die Sängerinnen entlassen.

Ein Programmpunkt reihte sich an den nächsten. Sabrina Scheuble vom Musikverein Ewattingen gab bekannt, dass Posaunenmilch die beste Milch für Frauen sei und schenkte eifrig mit ihren FME, den "Feschä Musiker Wieber Ebädingä", aus. Sie waren zum ersten Mal bei der Frauenfasnet mit von der Partie und hatten sich der BWG "Bauern Wieber Gemeinschaft" angeschlossen. Bei einem Rhythmusspiel im 4/4 Takt zeigte sich, welches Huhn bereits ein Korn zu viel erwischt hatte. Während jeder Bauer bei einem so vollen Stall wohl abends erschöpft ins Bett gefallen wäre, hatten sich Nicola Schmidt und Sandra Güntert beim Schlafengehen noch jede Menge zu erzählen. Nun zog es Vieh und Magd wieder auf die Bühne, es wackelten die Hintern.

Zu später Stunde stimmten die närrischen Frauen aus Blumegg "Jede Zelle meines Körpers ist glücklich" an – es wurde gesungen, gelacht, geklatscht. Mit wilden Tänzen ging es weiter in die Nacht hinein, bis sich der Bauer am nächsten Morgen wohlausgeruht wieder auf in den Stall machen konnte.