Ortsteil Oberbirken

Die Planung eines neuen Baugebietes in Stegen schreitet voran

Erich Krieger

Von Erich Krieger

Sa, 24. Oktober 2020 um 18:00 Uhr

Stegen

Der Stegener Gemeinderat befasste sich in seiner jüngsten Sitzung erneut mit Neubaugebiet Nadelhof im Ortsteil Oberbirken. Die Entwürfe können im Rathaus eingesehen werden.

Seit Anfang 2019 ist in Stegen die Entwicklung des Neubaugebiets Nadelhof im Ortsteil Oberbirken eines der zentralen kommunalpolitischen Themen. Wie überall ist die Nachfrage nach weiterem, vor allem bezahlbarem Wohnraum groß. Von Anfang an war es ein wichtiges Anliegen von Rat und Verwaltung, die Bevölkerung in die Planungen einzubeziehen. Nun stand das Thema erneut auf der Tagesordnung des Gemeinderats.

Im Mai 2019 beschloss der Gemeinderat nach einer vorausgegangenen Informationsveranstaltung für Bürger und einer vom Stadtplanungsbüro FSP vorgelegten Standortalternativenprüfung, das Baugebiet Nadelhof der möglichen Alternative Festwiese Stockacker vorzuziehen. Ein Bürgerworkshop mit 140 Teilnehmern entwickelte im Oktober 2019 in verschiedenen Arbeitsgruppen eine große Zahl an Vorschlägen, die in die weiteren Planungen Eingang fanden. Hinzu kamen mehrere Gutachten und Untersuchungen, etwa zum Verkehr und zur Bodenbeschaffenheit. Nun liegt ein städtebaulicher Entwurf vor, der wiederum die Basis für den Bebauungsplanvorentwurf bildet. Beide Entwürfe standen jetzt im Gemeinderat zur Diskussion und Abstimmung.

Stefanie Burg vom Planungsbüro erläuterte die wesentlichen Eckpunkte des umfangreichen Projektes. Das Baugebiet ist in einen nördlichen und südlichen Abschnitt aufgeteilt, voneinander getrennt durch die Bestandsbebauung. Insgesamt sollen 68 Wohneinheiten in vier Einzelhäusern, 22 Doppelhaushälften, acht Reihenhauseinheiten und 34 Wohnungen in Geschossbauweise für Wohngruppen oder genossenschaftliche Wohnprojekte entstehen. Im nördlichen Teil sind zudem ein Kindergarten und eine Betreuungseinrichtung oder Wohngruppe für Senioren vorgesehen. Die Wohngebiete sind gegliedert in die Abschnitte WA1 (Einfamilienhäuser, Doppelhäuser, Hausgruppen mit zwei Vollgeschossen plus Dach), WA2 (Geschosswohnungsbau mit drei Vollgeschossen plus begrüntem Flachdach) und WA3 (Nadelhof-Bestand mit zusätzlichen vier Baufenstern).

Die Erschließung der Flächen erfolgt über die Burger Straße und den Birkenweg. Über diese grundlegenden Eckpunkte herrschte im Gemeinderat Konsens.

Diskutiert wurde die von Daniel Rösch eingebrachte Forderung, gezielte Maßnahmen für den Klimaschutz schon in den Bebauungsplanentwurf als verbindlich aufzunehmen. Die Expertin vom Planungsbüro und Bürgermeisterin Fränzi Kleeb sahen bei inhaltlicher Übereinstimmung aufgrund rechtlicher Grauzonen die Kaufvertragsverhandlungen als den geeigneteren Ort, in diesem Bereich lenkend zu wirken.

Auch die von Pit Müller eingebrachte Forderung, die Zulässigkeit von Pult- und Flachdächern auch auf den Teil WA1 auszudehnen, erntete zunächst Widerspruch, wurde aber nach einer sich daraus entwickelnden Diskussion über die daraus resultierenden Änderungen bei den Traufhöhen aufgenommen. Im Hinblick auf die vorrangig erwünschte Holzbauweise wurde die Möglichkeit der Errichtung eines Gebäudesockels von bis zu 30 Zentimetern erlaubt. Die zulässigen Traufhöhen sollen dann ab Fußbodenhöhe Erdgeschoss gemessen werden.

Auf Wunsch des Bauausschusses wurde die im Entwurf des Bebauungsplans bereits ausgesprochene Empfehlung für die Nutzung der Dachflächen für solare Energiegewinnung auch auf Garagen und Carports ausgedehnt.

Mit Verkehrsbehörde über Straßen-Engstelle diskutieren

Die Errichtung einer künstlichen Straßen-Engstelle in Richtung Unterbirken zur Geschwindigkeitsreduzierung wurde in dieser Form in Frage gestellt, da diese Engstelle nach Ansicht mehrerer Ratsmitglieder eher in Gegenrichtung vor der unübersichtlichen Kurve an der Einfahrt nach Oberbirken platziert werden sollte. Diese Frage soll mit der Verkehrsbehörde neu diskutiert werden.

Die beiden Planentwürfe wurden mehrheitlich bei je einer Enthaltung angenommen. Darüber hinaus beschloss der Gemeinderat, auf Basis der Entwürfe die frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit einzuleiten. Diese ist freiwillig und kein verbindlicher Schritt im Verlauf der Bauleitplanung. Nach Auslegung der Pläne im Rathaus kann sich nun jede Bürgerin, jeder Bürger im Lauf des Novembers schriftlich dazu äußern. Der weitere Zeitplan sieht nach erneuter Auswertung und Beschluss durch den Gemeinderat die Offenlage für April 2021 und nach deren Abwägung den Satzungsbeschluss für Juli 2021 vor.