Die routinierten Akteure sind gefordert

dpa

Von dpa

Do, 21. Januar 2021

Nationalmannschaft

Deutsche Handballer gehen trotz Rückschlag gegen Ungarn zuversichtlich ins Spiel gegen Spanien.

Auf der morgendlichen Busfahrt ins neue WM-Teamhotel im Osten der riesigen Zehn-Millionen-Metropole Kairo schworen sich die deutschen Handballer auf den Showdown mit Europameister Spanien ein. Im Kampf um den Viertelfinaleinzug hat das erste Hauptrundenspiel an diesem Donnerstag (20.30 Uhr/ZDF) nach der bitteren 28:29-Niederlage gegen Ungarn bereits Finalcharakter für die DHB-Auswahl, die mit 2:2 Punkten in die zweite Turnierphase startet. "Wir wissen, dass man mit zwei Niederlagen keine große Chance mehr hat weiterzukommen", sagte Torwart-Oldie Johannes Bitter nach der Ankunft in der noblen Fünf-Sterne-Unterkunft St. Regis Al Masa. "Deshalb geht es um viel." Und Rückraumspieler Paul Drux prophezeite: "Das ist ein Do-or-Die-Spiel für uns, für die Spanier aber auch. Von daher wird sehr viel Feuer drin sein."

Vor allem die routinierten Akteure sind nun gefordert, soll das WM-Abenteuer für die neuformierte Mannschaft von Bundestrainer Alfred Gislason nicht vorzeitig enden. "Die Jungen müssen all ihre Energie reinbringen, und die Erfahrenen müssen die Energie lenken", sagte DHB-Vizepräsident Bob Hanning. Mit seiner Forderung stieß er auf offene Ohren. "Das Allerwichtigste ist, dass man jetzt mit Zuversicht nach vorne schaut. Gerade da müssen wir erfahrenen Spieler helfen, denn wir haben eine Menge Spieler dabei, die das nicht kennen, für die das Turnier im Kopf vielleicht gestern schon kurz vorbei war", sagte der 38 Jahre alte Bitter. "Aber wir wissen alle, was Deutschland schon bei Turnieren erreicht hat, und dass man auch in der Vorrunde mal verloren hat."

Auch der bislang um seine Form ringende Kapitän Uwe Gensheimer, der gegen Ungarn erst in der zweiten Halbzeit zum Einsatz kam, will seiner Verantwortung gerecht werden. "Wir sind heiß drauf", sagte der 34 Jahre alte Linksaußen. Er habe das Gefühl, dass allen bewusst sei, worum es gegen die Spanier gehe. "Wir werden mit allem, was wir haben, reingehen", versprach Gensheimer.
Direkt nach dem Mittagessen scharte Gislason seine Schützlinge für ein ausführliches Videostudium um sich, am Nachmittag stand noch einmal eine Trainingseinheit auf dem Plan. Erst danach wollte sich der 61 Jahre alte Isländer auf seinen 16-Mann-Kader festlegen. "Es wird bestimmt ein paar Änderungen geben", kündigte Gislason personelle Wechsel an, ohne dabei Namen zu nennen.

Klar ist die Konstellation: Ungarn führt die Gruppe mit 4:0 Punkten vor Spanien (3:1) an. Dahinter folgen gleichauf Deutschland und Polen (2:2) sowie Brasilien (1:3). Außenseiter Uruguay (0:4) hat keine Chance auf die ersten zwei Plätze, die den Einzug in die K.o.-Runde bringen.